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Heinrich Magirius ist tot

Der Denkmalpfleger war Hochschullehrer, Wissenschaftler und Sachsens Landeskonservator. Jetzt ist er gestorben.

2004 wurde Heinrich Magirius (l.) der Sächsische Verdienstorden überreicht vom damaligen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (r.).
2004 wurde Heinrich Magirius (l.) der Sächsische Verdienstorden überreicht vom damaligen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (r.). © MOMENT PHOTO/Ronald Bonss

Dresden. Prof. Dr. habil. Dr. h. c. Heinrich Magirius ist am 13. Juni 2021 im Alter von 87 Jahren zu Hause in Radebeul verstorben. Das teilte die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. mit.

Magirius stammt aus Dresden und studierte Kunstgeschichte und Archäologie in Greifswald und Leipzig. Nach seiner Promotion im Jahr 1958 wurde er Mitarbeiter im Institut für Denkmalpflege in der Außenstelle Dresden und engagierte sich in verschiedenen Positionen mehr als vier Jahrzehnte lang für die Denkmale in Sachsen.

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Im Jahr 1989 erhielt er eine Professur an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste 1991 habilitierte er sich über die Geschichte der Denkmalpflege in Sachsen. Landeskonservator des Freistaats wurde er 1994, fünf Jahre lang übte er das Amt aus. 1996 gründete er die Sächsische Akademie der Künste mit.

Als Denkmalpfleger war er mitverantwortlich für den Wiederaufbau der Wolfgangskirche in Schneeberg, der Dresdner Semperoper, des Dresdner Schlosses und der Frauenkirche. Er engagierte sich für Restaurierungen im Freiberger und im Meißner Dom, arbeitete auch für das Kloster St. Marienstern und die Thomaskirche Leipzig. Er trat als Autor zahlreicher Schriften zu Themen der Denkmalpflege, Baugeschichte, Kunstgeschichte und Archäologie hervor.

Heinrich Magirius war Gründungsmitglied der Bürgerinitiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche, aus der die Fördergesellschaft hervorging. Er gehörte zu den Unterzeichnern des „Rufs aus Dresden – 13. Februar 1990“. „Prof „Prof. Heinrich Magirius war in seiner Eigenschaft als Landeskonservator in viele Prozesse des Wiederaufbaus der Frauenkirche eingebunden. Vor allem bei der Wiederherstellung der Innenraumfarbigkeit, der bildkünstlerischen Ausgestaltung und der Altarrestaurierung hat er seine jahrzehntelangen Erfahrungen eingebracht und damit in besonderer Weise zum Gelingen dieses Jahrhundertprojektes beigetragen. Dafür gebührt ihm der anhaltende Respekt und tiefempfundener Dank“, sagt Thomas Gottschlich, leitender Architekt der Stiftung Frauenkirche Dresden.

Darüber hinaus erwarb er sich herausragende Verdienste als Wissenschaftler, als Hochschullehrer und als Autor namhaftester Publikationen über die sächsische Denkmalpflege und bedeutende Denkmäler erworben. Er trug mit großem Engagement und starkem Glauben dazu bei, für die Kunst- und Kulturgeschichte sowie die Denkmalpflege in Sachsen öffentliches Bewusstsein herzustellen.

Heinrich Magirius engagierte sich bis zuletzt für die Baukultur. Mit seiner Mitgliedschaft im Landesverein Sächsischer Heimatschutz setzte er sein Wissen in den Redaktionen der Mitteilungen des Vereins und des Kalenders Sächsische Heimat ein. Außerdem war er auch als Ehrenmitglied des Sächsischen Denkmalrates, im Kuratorium der Gesellschaft Historischer Neumarkt, im „verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul“ sowie in den Jurysitzungen für den Radebeuler Bauherrenpreis aktiv.

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