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Deutscher Karikaturenpreis 2020: Scherz lass nach

Wenn alles wehtut, hilft nur noch lachen: Der Deutsche Karikaturenpreis 2020 trotzt allen Seuchen und Krisen. Am Wochenende werden die Sieger gekürt.

Deutschsprachige Karikaturisten und Cartoonisten waren aufgerufen, ihre Arbeiten zum Thema
„Weniger ist mehr“ einzureichen. Die hier nennt sich "Kassenbons".
Deutschsprachige Karikaturisten und Cartoonisten waren aufgerufen, ihre Arbeiten zum Thema „Weniger ist mehr“ einzureichen. Die hier nennt sich "Kassenbons". © Rabe

Ein Virus hält die rasende Gesellschaft an. Die Seuche frisst sich in den Alltag, zerstört Gewissheiten sowie Gewohnheiten – und plötzlich fragen sich viele: Ist weniger mehr? Ob die Ursachen der Corona-Krise oder des Klimawandels, Stress in der Arbeitswelt, allgegenwärtige Trends zur Selbstoptimierung, Konsumwahn oder Überforderung durch elektronische Medien: Immer mehr Menschen kommt all das zu viel, zu schnell, zu falsch vor. Vielleicht bestimmt auch plötzlich eine Minderheit die Mehrheit. Oder ist nicht einfach die Summe aller Minderheiten die Mehrheit?

Die Sächsische Zeitung und der Weserkurier baten Karikaturistinnen und Karikaturisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz um ihre Antworten. Sie sollten den Augenblick und ihre Perspektiven auf die Gegenwart festhalten. Die ausgezeichneten Ergebnisse können sich sehen lassen. 262 Künstlerinnen und Künstler lieferten 1.000 Cartoons bei der Jury ab. Sowohl heitere als auch nachdenkliche Kommentare zeigen ein Bild der sich verändernden Gesellschaft.

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Der viralen Welle, die durchs Land schwappt, ging offensichtlich eine Lachsalve voraus, und ihr schwappt bei aller Ernsthaftigkeit auch eine hinterher. Schon Karl Valentin meinte: „Jedes Ding hat drei Seiten: eine positive, eine negative und eine komische.“ Humor bedeutet, Weisheit und Mitgefühl zu entwickeln durch Einsicht in die menschlichen Schwächen. Es geht um Hoffnung, die wir behalten müssen. Ein guter Scherz hilft gegen den größten Schmerz.

Butz: Corona-Afterwork-Party
Butz: Corona-Afterwork-Party © Butz
AD Karnebogen: Fakten-Komplex
AD Karnebogen: Fakten-Komplex © AD Karnebogen
Oliver Ottitsch: Wenn Buddhisten in der Schule nerven
Oliver Ottitsch: Wenn Buddhisten in der Schule nerven © Oliver Ottisch
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Uli Döring: Die Lockerungen fallen regional sehr unterschiedlich aus © Uli Döring
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Jan Rieckhoff: Regenwald © Jan Rieckhoff
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Tobias Schülert: Corona © Tobias Schülert
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Mario Lars: Lebensretter © Mario Lars
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Matthias Kiefel: Ausverkauft © Matthias Kiefel
Pascal Heiler: Officer
Pascal Heiler: Officer © Pascal Heiler
BECK: Auszeit
BECK: Auszeit © Beck

Die Redaktionen der Zeitungen in Sachsen und Bremen haben es sich in diesem außergewöhnlichen Jahr ausdrücklich nicht nehmen lassen, erneut den Deutschen Karikaturenpreis auszuschreiben. Es ist der 21., dotiert mit insgesamt 11.000 Euro. Die besten Einreichungen werden mit dem „Geflügelten Bleistift in Gold“, „Geflügelten Bleistift in Silber“ und „Geflügelten Bleistift in Bronze“ geehrt, zusätzlich wird der beste „Newcomer“ gekürt.

Die Preisverleihung allerdings findet in diesem Jahr weder mit Publikum noch öffentlich statt. Um aber dennoch die Gewinner küren zu können, sprechen am Samstagabend bei einer internen virtuellen Videokonferenz Jury sowie Karikaturistinnen und Karikaturisten miteinander, und die Preisträger werden geehrt.

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Das Publikum kann am Samstag ab 20 Uhr bei Sächsische.de nachlesen, wer die Preise abgeräumt hat. Außerdem erscheint ein Katalog, in dem die besten Arbeiten zu betrachten sind. Geplant war zudem eine Ausstellung im Dresdner Haus der Presse. Die sollte am 16. November eröffnen, muss aber nun geschlossen bleiben. Geplant ist, sie am 1. Dezember 2020 zu öffnen.

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