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Maestro Janowski überrascht mit Operette

Dresdens Philharmonie plant eine dichte Saison 2021/22 und zieht ins Plattenviertel Gorbitz.

Chefdirigent Marek Janowski stellt am Donnerstag eine überraschende Saison der Dresdner Philharmonie vor.
Chefdirigent Marek Janowski stellt am Donnerstag eine überraschende Saison der Dresdner Philharmonie vor. © dpa-Zentralbild

Noch nie! „Noch nie habe ich in meinem Dirigentenleben so spät über die kommende Spielzeit informiert – Corona eben“, so Marek Janowski am Donnerstag in Dresden. Freilich, was der 82-jährige Chefdirigent der Dresdner Philharmonie dann für die Saison 2021/22 versprach, war viel. „Wir haben uns mit vielen Projekten gut durch die publikumslose Zeit durchgewurschtelt, aber jetzt wird es Zeit, mit Hingabe und höchstem Anspruch wieder live für unsere treuen Zuschauer da zu sein.“

Zunächst tut es die Philharmonie bis Mitte Juli noch mit attraktiven Open-Air- und Kulturpalast-Konzerten. Das Publikum strömt, die Philharmonie öffnet so viele Plätze, wie das Hygieneamt erlaubt. Ab September startet dann die 151. Spielzeit. Der Chef persönlich feiert Beethoven mit dem Violinkonzert – eines von mehreren Programmen, die im vergangenen Jahr ausgefallen waren. Es wird die dritte Saison von Janowski sein, der gern Gegensätzliches kombiniert. So kontrastiert er sinfonische Dichtungen von Sibelius mit Wagner und Berg, erinnert an den zu Unrecht vergessenen Karl Amadeus Hartmann und verspricht Solisten „von globaler Bedeutung“.

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Nach 51 Jahren nun die Uraufführung

Und dann überrascht der erfahrene, gern mit der Romantik und deutschen Klassik in Verbindung gebrachte, exzellente Orchestererzieher mit seinem Plan zu Silvester. Ein reines Operettenprogramm mit Hits aus „Fledermaus“, „Witwe“, „Paganini“ und „Zarewitsch“ will er leiten. Wie das? „Ich liebe es seit meinen Anfängen, Operette zu dirigieren, da kommen wir in Mitsingebereiche und bieten Erinnerungsjuwelen. Ich hoffe, damit den Dresdnern eine Freude zu machen.“

Frauke Roth plante mit die 151. Spielzeit der Philharmonie im Kulturpalast. Der feiert 2022 sein 5-jähriges Bestehen.
Frauke Roth plante mit die 151. Spielzeit der Philharmonie im Kulturpalast. Der feiert 2022 sein 5-jähriges Bestehen. © PR

Das wird er, schließlich ist das Motto der Saison „Musik für Sie“ – das Publikum. Es wird aufgrund des zusammengebrochenen Tourneemarktes kaum Reisen geben, also ist die Philharmonie verstärkt daheim aktiv. 66 Sinfoniekonzerte, 24 der immer beliebteren Kammerkonzerte und zwölf Orgelabende sowie acht Konzerte mit Weltmusik, Jazz und Film sind geplant. „Gerade bei den Kammerabenden staunen wir immer wieder, wie gut der große Konzertsaal auch für dieses Format funktioniert und die Zuhörer die intime Atmosphäre mehr und mehr schätzen“, so Intendantin Frauke Roth. Für Schulkinder und Familien stehen insgesamt 32 Konzerte im dichten Programm – vorbehaltlich der Pandemieentwicklung. Endlich losgehen soll es mit bereits vergangenes Jahr geplanten entgeltfreien Schülerkonzerten.

Eine Premiere ist auch das Festival „Nächster Halt: Gorbitz“, das in Kooperation mit den Dresdner Verkehrsbetrieben veranstaltet wird. Dafür steigen die Musiker sinnbildlich in die Tram und fahren ins Straßenbahndepot Gorbitz. An zwei Tagen gibt es dort ein buntes Programm für Familien und alle, die das Orchester noch nicht kennen. Bereits seit 2017 verbindet den Klangkörper eine Partnerschaft mit der dortigen 139. Grundschule.

Ebenso spannend: Der Pianist Jean-Yves Thibaudet konnte als Artist in Residence gewonnen werden. Rebecca Saunders, die gern das Verhältnis von Klang und Raum erkundet, ist die erste Composerin in Residence der Philharmonie. Neben Werken von ihr ist zeitgenössische Musik wesentlicher Bestandteil der Saison. Mit „Piogge diverse (Arten des Regens)“ wird ein neues Werk von Salvatore Sciarrino aus der Taufe gehoben, das er 2020 für das 150-jährige Orchesterjubiläum geschrieben hatte. Im Rahmen der Thementage zum Tag der Deutschen Einheit kommt Christfried Schmidts Zweite Sinfonie zur Uraufführung – 51 Jahre nach ihrer Entstehung.

Es lohnt, das Programm zu studieren. Der Vorverkauf für September und Oktober beginnt am 12. Juli. Alle weiteren Verkaufsstarts werden in Abhängigkeit von der Pandemiesituation bekannt gegeben.

Die Philharmonie plante, am Freitag und Sonnabend bei den Filmnächten am Elbufer zu musizieren: je 18 Uhr das Familienkonzert „Karneval der Tiere“, je 21 Uhr die „Peer Gynt“-Musik. Die Freitagskonzerte wurden nun wegen Unwetterwarnungen in den Kulturpalast verlegt. Karten können teils auf Sonnabend umgebucht werden.Die Konzerte am Sonnabend finden am Elbufer statt. Wir verlosen wir 2 x 2 Tickets. Interessierte schicken bitte bis 15 Uhr eine Mail mit Betreff „Philharmonie“ an: [email protected]

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