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Dresdner Trickfilmer Lutz Stützner ist tot

Defa-Trickveteran Lutz Stützner war auch für satirische Comics in der SZ bekannt. Nun ist der Wahldresdner gestorben. Er wurde nur 64 Jahre alt.

Lutz Stützner vor wenigen Wochen bei einer Ausstellungseröffnung mit Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch.
Lutz Stützner vor wenigen Wochen bei einer Ausstellungseröffnung mit Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. © Foto: Diaf

Von Hannah Küppers

Zwischen 1990 und 2003 war Oswin ein bekanntes Gesicht in der Wochenendausgabe der Sächsischen Zeitung: Eine Figur, mit der ihr Zeichner Lutz Stützner das politische Geschehen in Sachsen und der Bundesrepublik kommentierte. Die satirischen Comics flossen wöchentlich aus Stützners Feder und wurden 1998 zum Sammelband gefügt. Am Montag ist der Trickfilmer und Zeichner im Alter von 64 Jahren verstorben.

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Geboren 1957 in Königsbrück, absolvierte Lutz Stützner zunächst eine Berufsausbildung als Dekorateur und Gebrauchswerber. Er kam mit Otto Gerd Müller in Kontakt, dem damaligen künstlerischen Leiter des Dresdner Defa-Studios für Trickfilme, der ihn zu einer Bewerbung ermunterte. Stützner begann als Volontär und Zwischenphasenzeichner und arbeitete sich zum Animator vor. In wechselnder Funktion blieb Lutz Stützner als Animator, Gestalter, Autor und Regisseur im Dresdner Defa-Studio für Trickfilme, bis zu dessen Schließung im Jahr 1992.

Affen für die Porzellanmanufaktur und ein Wetter-Wuschel

Im darauffolgenden Jahr wurde Stützner Gründungsmitglied des Deutschen Instituts für Animationsfilm (DIAF) in Dresden, das bis heute besteht und sich mit der Pflege und Förderung des Deutschen Animationsfilmes beschäftigt. Das Institut verdankt Stützner einen Großteil seines heutigen Bestandes, denn er war es unter anderem, der 1992 den künstlerischen Nachlass der Produktionsstätte in Form von Puppen, Zeichenfolien, Entwurfszeichnungen, Fotos und Dokumenten des abgewickelten Studios rettete und damit den Grundstein für die Sammlung des DIAF legte.

Auch für verschiedene Kinderserien wie "Die Abenteuer des jungen Marco Polo" war Lutz Stützner verantwortlich.
Auch für verschiedene Kinderserien wie "Die Abenteuer des jungen Marco Polo" war Lutz Stützner verantwortlich. © Foto KiKa

Im Anschluss war Lutz Stützner für mehrere Trickfilmstudios tätig. Er arbeitete als Comiczeichner und Designer von Werbefiguren und war verantwortlich für diverse Kinderzeichentrickserien wie „Der kleine König Macius“ oder „Die Abenteuer des jungen Marco Polo“. Auch das Dixie-Nilpferd, der Bio-Wetter-Wuschel des MDR oder eine Affenbande für die Porzellanmanufaktur Meißen sind seine Geschöpfe.

Stützner behielt seine Talente nicht nur für sich, er war auch als Vorstandsmitglied und Lehrer beim Fantasia e. V. aktiv. Gegründet im Jahr 2000, führt die Trickfilmschule kreative junge Leute in regelmäßig Kursen und dem jährlich stattfindenden internationalen Workshop Anima an die Herstellung von Animationsfilmen heran.

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