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Mein Glücksbringer

Plüschtiere sind nur was für Kinder? Von wegen! Hier erzählen Mitarbeiter unserer Redaktion über ihre treuen Begleiter.

Nicht nur Kinder mögen ihre Kuscheltiere. Auch Erwachsene hängen an den plüschigen Gefährten.
Nicht nur Kinder mögen ihre Kuscheltiere. Auch Erwachsene hängen an den plüschigen Gefährten. © Patrick Pleul/dpa

Ein alter Teddy aus Kindheitstagen, der Plüsch-Pinguin aus dem Urlaub oder das Stoffhäschen, das einem der spätere Ehepartner in den ersten Beziehungsmonaten geschenkt hat: Nicht nur Kinder mögen ihre Kuscheltiere. Auch Erwachsene hängen an den plüschigen Gefährten, wie eine Umfrage des Online-Portals FeWo-direkt unter eintausend Männern und Frauen in Deutschland ergab.

Knapp die Hälfte aller Erwachsenen (48 Prozent) bekannten sich dabei zu ihrem Kuscheltier. Ein Drittel hat den Seelentröster aus der Kindheit sogar schon mindestens einmal mit in den Urlaub genommen. Frauen sind hier etwas in der Überzahl (36 Prozent). Die einen brauchen ihn zum Einschlafen, die anderen machen gemeinsame Erinnerungsfotos mit ihren treuen Begleitern. Und so manches reisende Plüschtier hat es als Plushfluencer schon zu einiger Berühmtheit geschafft.

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Oft ein Tabuthema

Trotzdem ist die Liebe zum Kuscheltier unter Erwachsenen oft ein Tabuthema. Vielen Menschen ist es peinlich, in der Öffentlichkeit zuzugeben, dass sie einen plüschigen Gefährten haben, mit dem sie in ihrer Freizeit neue Orte entdecken. Doch warum sollte ein Kuscheltier im Reisekoffer schrulliger sein als die Tatsache, dass man seinem Auto einen Namen gibt oder auf der Couch mit einem virtuellen Assistenten plaudert?

Wir Mitarbeiter der Ratgeberredaktion zeigen unsere Stofftiere jedenfalls gern. Schließlich sind die meisten schon sehr lange Teil unseres Lebens. Und das ist nicht nur bei uns so: 58 Prozent lieben laut der Umfrage ihr Kuscheltier, weil es eben schon seit der Geburt bei ihnen ist. Und das schweißt zusammen. Wie in einer richtigen Familie.

Pädagogen bescheinigen Kuscheltieren übrigens auch eine Erziehungsfunktion – etwas als Vermittler bei Konflikten. So können Eltern erst mal das Kuscheltier fragen, was los sei, rät die Pädagogin Eliana Retz. „Das erleichtert allen Beteiligten den Zugang zueinander, weil es spielerisch eine Brücke zwischen der Welt der Erwachsenen und der des Kindes schafft.“

Und warum soll das nicht genauso auch zwischen zwei Erwachsenen funktionieren?

Krokodil Saubermann

© privat

Mein kleiner, grüner Freund Kroko ist seit 30 Jahren an meiner Seite. Einen Tag nach meiner Geburt wurde er zu mir ins Bettchen gelegt. Seitdem begleitet mich das Krokodil als Glücksbringer durchs Leben. So darf es auf keiner Reise fehlen. Kroko hat schon einige Länder bereist. Am meisten hat ihn wohl der Urlaub auf Teneriffa im Jahr 1998 geprägt. Als wir eines Tages vom Meer zurück ins Hotelzimmer kamen, war das Krokodil nämlich verschwunden. Nach erfolgloser Suche erstatteten meine Mutter und ich Vermisstenanzeige an der Hotelrezeption. Uns wurde nur wenig Hoffnung gemacht. Traurig stellte ich mich darauf ein, dass ich meinen treuen Freund den Spaniern überlassen muss. Doch siehe da, zwei Tage später wurde er gefunden! Die Saubermachfrau hatte ihn versehentlich unters Bettzeug gemischt und ihn mit in die Wäscherei gegeben. Freudestrahlend gab sie mir mein Krokodil zurück – sauber, doch leider nicht mehr ganz so grün und frisch wie früher. Der heiße Waschgang hatte ihm ganz schön zugesetzt. Aber das war egal, Kroko lebte! Linda Barthel

Elche Down Under

© privat

Warum gucken die so komisch? Haben die Quokkas noch nie einen Elch gesehen? Okay, auch für unsere weit gereisten Elche ist dies die erste leibhaftige Begegnung mit den possierlichen Beuteltieren, die es nur hier auf Rottnest Island, einer kleinen Insel vor der australischen Westküste, gibt. Ein Fotoshooting ist da natürlich Pflicht. Aber das kennen der Kleine Elch (links) und seine Freundin (mit Schal) ja zur Genüge. Ob Ostsee oder Südsee, Schweden oder Schwarzwald: Überall sind die beiden unsere treuen Urlaubsbegleiter. Auch wenn uns das zuweilen vor logistische Probleme stellt und wir beim Packen überlegen müssen, ob wir den Platz im Rucksack nicht besser für eine Trinkflasche oder eine Taschenlampe nutzen sollten. Aber am Ende muss man eben Prioritäten setzen – allein schon wegen der Erinnerungsfotos. Diese Aufnahme ist übrigens die erste einer ganzen Serie. Auf der letzten sieht man, wie die Quokkas jegliche Zurückhaltung abgelegt haben und die Elche buchstäblich Down Under lagen. Wir konnten gerade noch rechtzeitig einschreiten. Zum Glück! Steffen Klameth

Zebra mit heilender Kraft

© privat

Du und dein Zebra! Wie oft habe ich den Satz von meinen Eltern gehört. Seit ich das Plüschtierchen das erste Mal in den Fingern hielt, war es mir ans Herz gewachsen. Viele Jahre lang gab es uns nur im Doppelpack. Auf Babyfotos ist zu sehen, wie ich die Beinchen oder den Hals von Zebra umklammere. Später war es in jedem Familienurlaub dabei, schaute immer aus meinem Rucksack heraus – Zebra war für mich ein Wegbegleiter im wahrsten Sinne. Seelentröster sowieso. Und heilende Kräfte hatte es auch. Plagten mich Bauchschmerzen, setzte ich das Zebra auf den Bauch – und schnell ging es mir besser. Viel später, als ich längst zu Hause ausgezogen war, bekam mein Glücksbringer selbst einen Begleiter. Meine Eltern schenkten mir eine Wärmflasche, die genau wie mein Lieblingszebra aussah! Seitdem sind wir zu dritt. Etwas blass geworden ist das Kleine mittlerweile, ansonsten sieht man ihm seine 40 Jahre kaum an. Zebra hat heute einen Ehrenplatz im Regal – so haben wir uns beide jederzeit gut im Blick. Kornelia Noack

Olaf, der Wanderer

© privat

Olaf, der Schneemann, der Umarmungen liebt und vom Sommer träumt, begleitet mich nun schon seit gut sechs Jahren. Egal, ob beim Wandern in Österreich, beim Städtetrip nach Barcelona oder bei Strandspaziergängen an der Ostsee – er ist stets im Rucksack mit dabei. Mit Hut und Stock jederzeit perfekt ausgerüstet und immer fotogen. Seit Teil eins der „Frozen“- Filme bin ich ein Fan des neugierigen, lieben, manchmal etwas tollpatschigen Schneemanns. Daher war es klar: Wenn es schon ein kuscheliger Begleiter sein soll, dann er. Als Kind hatte ich einen Hasen. Dieser ist aber schon so in die Jahre gekommen, dass er weitere Reisen leider nicht mehr überstehen würde. Falls es Corona zulässt, geht es im Jahr 2021 wieder auf Wandertour nach Österreich, stets mit Olaf im Gepäck. Und falls es doch nichts wird, verbringt er das Jahr gemütlich auf der Couch. Jana Geissler-Dröfke

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