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Michael Bully Herbig: "Ich bin weiterhin Team Winnetou"

Comedian Michael Bully Herbig stellt klar, dass er sich nicht von seinem Film „Der Schuh des Manitu“ distanziert habe.

Von Marcus Thielking
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Michael Bully Herbig hat vor 20 Jahren mit dem Film „Der Schuh des Manitu“ die früheren Karl-May-Filme parodiert.
Michael Bully Herbig hat vor 20 Jahren mit dem Film „Der Schuh des Manitu“ die früheren Karl-May-Filme parodiert. © dpa

Er ist mit der Gesamtsituation unzufrieden. „Es nervt einfach, wenn man falsch zitiert oder etwas falsch interpretiert wird“, sagt Michael Bully Herbig jetzt in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung – und meldet sich damit nochmals zu Wort in der nicht enden wollenden Winnetou-Debatte.

Anfang September sagte der Comedian in einer Fernsehtalkshow, er würde die Karl-May-Verfilmungsparodie „Der Schuh des Manitu“ so heute nicht mehr machen. „Die Comedy-Polizei ist so streng geworden“, sagte er damals, das nehme ein bisschen die Unschuld und Freiheit. Zugleich betonte der 54-Jährige, dass er es durchaus richtig finde, wenn man über gewisse Dinge nicht mehr so spreche wie vor 20 Jahren.

"Das ist natürlich totaler Quatsch"

Jetzt stellt Herbig noch einmal klar: „Irgendeine Zeitung hat geschrieben, ich würde mich jetzt vom ,Schuh des Manitu‘ distanzieren. Das ist natürlich totaler Quatsch.“ Herbig nennt es „unsinnig“, dass seine Äußerungen mit der Grundsatzdiskussion über Winnetou und kulturelle Aneignung in einen Topf geworfen wurden. „Ich bin weiterhin Team Winnetou. Ist doch klar.“ Die Karl-May-Diskussion entwickelte sich, als ein Kinderbuch-Verlag Winnetou-Titel vom Markt nahm, nachdem diese wegen kultureller Aneignung kritisiert worden waren.

Herbig wurde in den Neunzigern mit der Comedyshow „Bullyparade“ populär. Im Film „Der Schuh des Manitu“ aus dem Jahr 2001 geht es um die beiden zu Unrecht des Mordes beschuldigten Blutsbrüder Abahachi (Herbig) und Ranger (Christian Tramitz). Die Abbilder von Winnetou und Old Shatterhand sprechen Bayerisch und suchen nach einer Schatzkarte. Gangsterboss Santa Maria (Sky du Mont) ist auf ihren Fersen.

Nächste Woche startet in den Kinos Herbigs neuer Film „Tausend Zeilen“ mit Elyas M’Barek und Jonas Nay. Es ist eine filmische Annäherung an den Skandal um den Spiegel-Reporter Claas Relotius, der hier Lars Bogenius heißt. (mit dpa)

Zur Winnetou-Debatte streiten zwei SZ-Redakteure im Podcast „Debatte in Sachsen“. Zu hören überall, wo es Podcasts gibt, und direkt hier.

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