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Feuilleton

Mit Tom Pauls durch dick und dünn

Die Elbland Philharmonie ist zurück. Die Musiker planen große Meister, regionale Könner und musizieren auf einem Spielplatz.

Tom Pauls gestaltet mehrere Programme mit der Elbland-Philharmonie, darunter eine Tubamania.
Tom Pauls gestaltet mehrere Programme mit der Elbland-Philharmonie, darunter eine Tubamania. © Daniel Förster

Die Botschaft ist klar. „Wir sind zurück“, sagt Carola Gotthardt, Intendantin der Elbland Philharmonie Sachsen. Nach langer Zeit mit vielen, oft originellen Stream-Angeboten und 100 „Kleinen Konzerten“ vor und in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen legen die Musiker jetzt wieder mit größeren Live-Konzerten und ihren beliebten Konzerten im Weinberg los.

„Wir haben Besetzungen geplant, die wir unabhängig von Abstandsregeln überall spielen können, also mehr Mozart und Beethoven statt Bruckner“, so Chefdirigent Ekkehard Klemm am Montag bei der Spielplan-Präsentation.

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Die Staatliche Studienakademie Bautzen ist eine von sieben Einrichtungen der Berufsakademie. In Bautzen wird noch 70 Jahre Ingenieurstudium gefeiert.

Wie immer breit in Repertoire und Formaten aufgestellt ist der Klangkörper des Kulturraums Meißen, Sächsische Schweiz, Osterzgebirge. Das Motto: „Wir wollen verführen und verwöhnen.“

Ekkehard Klemm ist der Chefdirigent der Elbland-Philharmonie.
Ekkehard Klemm ist der Chefdirigent der Elbland-Philharmonie. © Klaus-Dieter Brühl

Neben all den großen und beliebten Meistern der Klassik, die das Orchester, stets bietet, hat es immer Außergewöhnliches im Plan. Ein Alleinstellungsmerkmal ist, dass lebende oder fast vergessene sächsische Komponisten gespielt werden. Auch diese Saison gibt es mehrere Erstaufführungen und Uraufführungen, so unter anderem vom Dresdner Siegfried Kurz, einem der prägenden Dirigenten der Staatsoper und Staatskapelle, und vom Dresdner Professor Lothar Voigtländer. Letzterer hatte 1989 eine Harfensinfonie geschrieben – Premiere ist nun 33 Jahre später.

Bereits das Auftakt-Konzert am Donnerstag bietet diesen Mix aus Weltläufigkeit und regionalen Akzenten: Zu Beethoven-Hits stellen Klemm und der Geiger Florian Mayer ein Konzertstück in G-Dur vom Dresdner Paul Büttner, einem von den Nazis verfemten Künstler.

Kinderprogramm auf dem Spielplatz

Weitere großartige Solisten konnte das Orchester wieder binden, darunter den Cellisten Isang Enders und den Klarinettisten Robert Oberaigner. Besonderes bieten die Weihnachtskonzerte, dann wird der Zithersolist Thomas Baldauf das schöne Zupfinstrument spielen. Wieder gibt es facettenreiche Operetten und Unterhaltungskonzerte. „In mehreren Konzerten wird Tom Pauls – wahlweise Ilse Bähnert –, die mit uns durch Dick und Dünn gehen, zu erleben sein.“ Während Corona war eine begleitende Weinverkostung mit Ilse entstanden und eine Orchesterfassung ihrer Tubamania wurde vorbereitet. Die wird im April im Kulturpalast herauskommen.

Markant ist seit Jahren das Engagement des Orchesters für Kinder und Schüler: Musik im Klassenzimmer und in der Kita, Probenbesuche und Kinderkonzerte zum Mitmachen. So gibt es auch eine „Klangreise nach Ungarn“ für Jung und Alt – an diesem Wochenende im Augusto Sommergarten am Haus der Presse und auf dem Spielplatz an der Jahnhalle Meißen. Zudem wird eine Erfolgsgeschichte fortgesetzt. Seit 2015 sind die Elbländer das einzige deutsche Orchester, das sich Hip-Hop-Projekten widmet. Diesmal kommt „Symphonix II“ mit Rappern, Tänzern und Beatboxern heraus, die mit Kindern aus sozial benachteiligten Familien arbeiten wollen.

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