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Pirna: Sonderschau mit Schmunzelfaktor

Das Stadtmuseum zeigt bis Oktober Karikaturen von Peter Dittrich - der einst eine beliebte DDR-Satire-Zeitschrift mitbegründete.

Gekonnt seine Zeit auf die Schippe genommen: Das Pirnaer Stadtmuseum zeigt jetzt "Eulenspiegeleien" von Peter Dittrich.
Gekonnt seine Zeit auf die Schippe genommen: Das Pirnaer Stadtmuseum zeigt jetzt "Eulenspiegeleien" von Peter Dittrich. © KTP

Das Pirnaer Stadtmuseum widmet ab 12. Juni dem Karikaturisten und Zeichner Peter Dittrich anlässlich seines 90. Geburtstages eine Sonderausstellung. Sie zeigt einen Querschnitt seines umfangreichen Schaffens. Einen ersten Einblick in die Schau gibt Elisabeth Bartel vom Märkischen Museum in Berlin mit einer Online-Führung, die ab dem Eröffnungstag auf der Internetseite www.pirna.de/stadtmuseum verfügbar ist.

Nach Aussage der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna (KTP) war Peter Dittrich (1931 bis 2009) Mitbegründer der ab 1. Mai 1954 wöchentlich erschienenen DDR-Satire-Zeitschrift "Eulenspiegel" und zählte zu den produktivsten und vielseitigsten Grafikern seines Metiers.

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Seine über 40-jährige Tätigkeit war einerseits geprägt von der politischen Karikatur in Zeiten des Kalten Krieges, weltweiter Umweltzerstörung und der Kritik am Kapitalismus. Andererseits hielt er geradezu dokumentarisch dem DDR-Alltag mit seiner Nischenkultur, Mangelwirtschaft und den Tücken des täglichen Lebens den Spiegel vor.

Er thematisierte detailversessen den oft fragwürdigen Umgang mit Geschichte und Baudenkmalen, prangerte den modernen Städtebau, die missratene Kunst am Bau, die kitschige Konsumgüterproduktion oder die verordnete Kulturpolitik an.

Eine Odyssee nach Dresden

Das Leben sowie Wirken des Künstlers begann im sächsisch-böhmischen Raum. Am 31. Juli 1931 kam er als Sohn eines Lithografen in Teplitz-Schönau (Teplice) zur Welt. Die Familie siedelte zwischen 1936 und 1945 mehrfach zwischen Aussig (Usti nad Labem) und Dresden um.

Nach Kriegsende begann eine Odyssee durch mehrere Internierungslager bis nach Ribnitz-Damgarten in Mecklenburg. Erst im Sommer 1947 bekam die Familie wieder eine Zuzugsgenehmigung nach Dresden.

Ein Jahr später nahm Peter Dittrich sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden auf. Der Weggang vieler fähiger Lehrkräfte veranlasste ihn zu einem Wechsel an die Hochschule für Angewandte Kunst Berlin-Weißensee.

Nach dem Ende seiner Ausbildung war er freiberuflich als Buchillustrator, Pressezeichner, Karikaturist und Trickfilmgestalter tätig. 1993 erschienen seine letzten Arbeiten im "Eulenspiegel" zum Thema Wiedervereinigung. Bis zu seinem Tod 2009 lebte Dittrich zurückgezogen in der Nähe von Strausberg bei Berlin.

Das Stadtmuseum zeigt in dieser Kabinettsausstellung auf der Galerie bis 3. Oktober eine Auswahl seiner Werke.

Aktuell gelten die Öffnungszeiten dienstags bis sonntags sowie feiertags jeweils von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist derzeit nur mit einem tagesaktuellen negativen Coronatest oder dem Nachweis, dass man geimpft oder genesen ist, gestattet. Besucher müssen vorab einen Termin vereinbaren. Weitere Infos dazu gibt es auf der Seite www.pirna.de/stadtmuseum.

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