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Premiere für Komponistenstar Udo Zimmermann

Erstmals ist die einst in Dresden uraufgeführte „Schuhu“-Oper des Komponistenstars komplett eingespielt worden.

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Udo Zimmermann gilt als einer der bedeutendsten deutschen Komponisten der Gegenwart. Er verstarb vor Kurzem.
Udo Zimmermann gilt als einer der bedeutendsten deutschen Komponisten der Gegenwart. Er verstarb vor Kurzem. ©  Robert Michael

Von Torsten Kohlschein

Hinter verschlossenen Türen und doch fürs Publikum gearbeitet: Die Oper Chemnitz und die Robert-Schumann-Philharmonie haben im Mai 2021 in der Stadthalle Chemnitz die Oper „Der Schuhu und die fliegende Prinzessin“ von Udo Zimmermann eingespielt. Die Aufnahme entstand in Kooperation mit dem Label Rondeau Production und Deutschlandfunk Kultur. Sie wurde unlängst als Doppel-CD veröffentlicht. Unter der Leitung des Dirigenten Diego Martin-Etxebarria sind Andreas Beinhauer und Marie Hänsel in den Titelpartien zu erleben, unterstützt von vielen Solisten.

Statt einem Baby kommt ein Ei zur Welt

Der jüngst verstorbene Dresdner Komponist Zimmermann (1943 – 2021) hatte seine Oper „Der Schuhu und die fliegende Prinzessin“ nach dem gleichnamigen Kunstmärchen von Peter Hacks geschrieben: Ein armes Schneiderehepaar erwartet ein Kind, doch statt eines Menschenkindes bringt die Frau ein Ei zur Welt. Daraus schlüpft ein merkwürdiges Geschöpf, halb Mensch, halb Vogel: ein Schuhu. Er ist liebenswert und hochintelligent, aber der Schneider hält dem Gerede im Ort nicht stand und jagt ihn fort. In der Ferne trifft der Schuhu auf die fliegende Prinzessin und fühlt sich ihr auf wunderbare Weise verbunden ...

Uraufgeführt 1976 in Dresden, gilt „Der Schuhu und die fliegende Prinzessin“ als eines der erfolgreichsten Musiktheaterwerke des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Beinahe spielerisch vermittelt Zimmermann seine Sicht auf eine Welt, die sich oft schwertut mit dem gegenseitigen respektvollen Umgang, eine Welt, die vieles Neue suspekt und bekämpfenswert findet und die doch eine große Sehnsucht nach Glück und Liebe in sich birgt.

Szenische Aufführung wegen Corona erst 2024

Die szenische Aufführung dieses Musiktheaterwerkes, in der Inszenierung von Lorenzo Fioroni ursprünglich für Juni 2021 im Chemnitzer Opernhaus geplant, musste pandemiebedingt verschoben werden. Sie soll nun in der Spielzeit 2024/2025 auf die Bühne kommen.

Das Album ist keine Weltersteinspielung von Zimmermanns Oper, wohl aber eine des kompletten Werks. Bereits 1980 war unterm DDR-Label „Nova“ für Neue Musik beim VEB Deutsche Schallplatten eine Aufnahme mit sieben Nummern aus dem Bühnenwerk erschienen. Es spielten das Rundfunksinfonieorchester Leipzig unter Peter Gülke mit Helga Termer und Jürgen Freier.