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Versöhnliches im Streit mit Thielemann

Wie geht es weiter bei den Salzburger Osterfestspielen? Der Streit zwischen dem Sachsen und Intendanten Bachler ist zumindest in einer Frage geklärt.

Der Chefdirigent der Dresdner Landeskapelle, Christian Thielemann (r.), kann wieder lächeln. Mit den Osterfestspielen von Salzburg 2021, die mit ihm und der Kapelle stattfinden, stimmte er dem neuen Kurator Nikolaus Bachler (l.) "im Sinne der Sache" zu.
Der Chefdirigent der Dresdner Landeskapelle, Christian Thielemann (r.), kann wieder lächeln. Mit den Osterfestspielen von Salzburg 2021, die mit ihm und der Kapelle stattfinden, stimmte er dem neuen Kurator Nikolaus Bachler (l.) "im Sinne der Sache" zu. ©  dpa/Robert Michael

Erstaunliche Bewegung im Streit um die Leitung der Salzburger Osterfestspiele. Nach jahrelangem, teilweise lautstarkem Streit um die künstlerische Leitung des Festivals, das seit 2013 von der Dresdner Staatskapelle und ihrem Leiter Christian Thielemann durchgeführt wird, gab es diese Woche versöhnliche Töne.

In offenbarer Einmütigkeit kündigen Thielemann und der seit Juni amtierende, vorerst nur aufs Kaufmännische  konzentrierte Intendant Nikolaus Bachler den sofortigen Beginn des Vorverkaufs für Ostern 2021 an. Damit  ist - wenngleich unter  Covid-19-Regeln - wieder Zuversicht angesagt. Superstar Anna Netrebko wird wie geplant die Titelrolle von "Turandot" singen.

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In einem Interview mit den Salzburger Nachrichten bestätigte jetzt Nikolaus Bachler, mit Thielemann  das Programm für 2021 geklärt zu haben. "Wir haben die aktuelle Situation ausführlich besprochen, uns in Berlin getroffen. Und wir haben uns sofort auf die wichtigste Prämisse geeinigt: Das Osterfest 2021 muss stattfinden", sagte Bachler. Die Stimmung  des Gespräches war "sehr kooperativ und professionell und im Sinne der Sache. Wenn Künstler, die künstlerisch denken, in die praktische Arbeit einsteigen, verbessert sich alles. Dann geht es um die Sache." Auf Anfrage von sächsische.de bestätigte Thielemann die positive Gesprächssituation. Noch vor Monaten hatten sich die beiden Männer geweigert, zusammenzuarbeiten.

Weitere Zusammenarbeit mit Dresden?

Fakt ist: Bis 2022 hat Thielemann vertraglich alle künstlerischen Entscheidungsbefugnisse. Bachler bezweifelte das lange. Vor einem Jahr wurde vom Aufsichtsrat der Festspiele der Vertrag der Dresdner Kapelle und Thielemanns nicht verlängert. Ab 2023 will der neue Intendant, so seine Pläne, jährlich wechselnde Orchester nach Salzburg bringen.Bis dahin würden aber alle Verträge eingehalten, kündigte Bachler nun in Salzburg an: „Ich halte mich daran, dass die künstlerische Leitung für 2021 und 2022 in den Händen des Dirigenten liegt. Für 2021 war das Programm fertig, damit habe ich kein Problem. Das wird auch 2022 so sein, wenngleich Christian Thielemann und ich dabei kooperieren, das ist klar.“ 

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Zudem ist für Bachler eine weitere Zusammenarbeit mit den Dresdnern über 2022 hinaus vorstellbar. „Ich hab immer gesagt, dass ich auf der Suche nach Spitzendirigenten und Spitzenorchestern selbstverständlich Christian Thielemann und die Staatskapelle Dresden mit einschließe. Dabei bleibt es auch.“

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