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Weihnachten

Seemannsweihnacht

von Mathias Lange aus Dresden

 1 Min.
© Adobe Stock

In den Siebzigerjahren fuhr ich als Hochseefischer in Sassnitz zur See und übte dort meinen Traumberuf aus. Die Menschen im Land brauchten Fisch, und so blieb es nicht aus, dass wir auch Weihnachten auf See waren. Zur Besatzung eines Kutters gehörten sieben Männer, die rund um die Uhr arbeiteten.

Zur damaligen Zeit konnten Angehörige übers Radio Weihnachtsgrüße auf See schicken. Doch leider konnten wir am Weihnachtsabend nicht vor dem Radio sitzen, denn wir hatten gerade Hering an ein großes Verarbeitungsschiff übergeben. Die See war ruhig, und der Kutter lag längsseits am Verarbeiter. Die Kollegen auf dem anderen Schiff hörten über Deckslautsprecher die Grußsendung, sodass wir sie auch gut verstehen konnten. Da vernahm ich meinen Namen, hörte, dass ich und die ganze Besatzung von Mutti, Vati, Bruder und Oma auf hoher See gegrüßt werden.

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Plötzlich flog das Schiffsfenster am Ruderhaus auf, unser Kapitän Jupp steckte seinen Kopf heraus und rief laut in die Nacht: „Mätsches, deine Oma hat uns eben alle zum Weihnachtsfest gegrüßt.“ Die Arbeit an Deck lenkte zum Glück ab, denn es war schon sehr emotional. Erst später unter Deck habe ich ganz heimlich ein kleines Tränchen geweint.

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