Merken
Deutschland & Welt

Steigerlied soll Kulturerbe werden

Das "Lied des Bergmanns" gilt als Hymne der Bergleute und soll nun in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden.

 2 Min.
Ralph Urban vom Ruhrkohlechor singt vor dem Fördergerüst von Zeche Zollverein.
Ralph Urban vom Ruhrkohlechor singt vor dem Fördergerüst von Zeche Zollverein. © Roland Weihrauch/dpa

Herten. Das "Steigerlied" - heimliche Hymne des Erzgebirges - soll bundesweit immaterielles Kulturerbe werden. Bisher gehört das Lied, das auch in anderen Bergbauregionen zur festen Tradition gehört, lediglich zum entsprechenden Landesinventar von Nordrhein-Westfalen. Mit dem neuen Vorstoß soll ihm nun diese Ehre bundesweit zuteil werden, teilte der Sächsische Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine am Dienstag in Freiberg mit. Dazu sei ein früherer Antrag aus Nordrhein-Westfalen von Verbänden bundesweit ausgebaut, ergänzt und der Landesregierung in Düsseldorf erneut vorgelegt worden.

Auf diese Weise sei die nationale Bedeutung des Antrages untermauert worden, sagte der 2. Vorsitzende des Verbandes, Heino Neuber. Mit einer Entscheidung der Expertenkommission über die Aufnahme sei frühestens ab Sommer 2022 zu rechnen, hieß es. Den Experten zufolge stammt der älteste schriftliche Nachweis des Liedes aus Sachsen. Zwei Strophen davon seien in einem 1531 in Zwickau gedruckten Liederbuch verzeichnet - zunächst als Bestandteil eines anderen Liedes, erklärte Neuber. Später habe sich das Lied mit der Eingangszeile "Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt" verselbstständigt.

Anzeige
EDER Ziegel: Baut meine Welt
EDER Ziegel: Baut meine Welt

Natürlich, regional, behaglich: Entdecken Sie EDER XP Ziegel auch für Ihr neues Zuhause. Mehr erfahren.

Das Lied gilt als die Hymne der Bergleute. Besonders in Bergbauregionen wie dem Ruhrgebiet wird es häufig gesungen, etwa bei allen Heimspielen des Fußball-Bundesligisten Schalke 04, beim FC Erzgebirge Aue oder bei Rot-Weiss Essen.

Laut Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Universität Freiburg im Breisgau finden sich bereits im 16. Jahrhundert Spuren des Liedes. Der erste Beleg für das Steigerlied als solches findet sich in der Beschreibung einer Festveranstaltung, die 1678 in Schneeberg zu Ehren des sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. abgehalten wurde.

Steiger sind Führungskräfte und Aufsichtspersonen im Bergbau.

"Es ist ein Stück der DNA der Bergleute. Wir wollen mit der Bewerbung ihre Werte weitertragen in die Zukunft", sagte das Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung, Bärbel Bergerhoff-Wodopia. Die Stiftung war 2019 Initiator der Bewerbung.

Das Lied sei "sehr ergreifend", sagte Artmann. Auch viele junge Menschen würden das Steigerlied mitsingen. Er verwies auch auf moderne Fassungen, etwa von DJ Moguai oder Stoppok.

Weiterführende Artikel

Kamenz: Kulturerbe-Urkunde fürs Forstfest

Kamenz: Kulturerbe-Urkunde fürs Forstfest

In Düsseldorf wurden jetzt alle erfolgreichen Bewerber um den deutschen Kulturerbe-Titel geehrt. Auch drei Kamenzer waren dort.

Das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes umfasst derzeit 126 Einträge. Die Aufnahme in das Verzeichnis soll helfen, Traditionen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Das Aufnahmeverfahren ist mehrstufig. Über die Neuaufnahmen entscheiden letztlich die Kultusministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. (dpa)

Mehr zum Thema Deutschland & Welt