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Es leuchtet, duftet, mundet: Weihnachtsmarkt daheim

Auch wenn Striezelmarkt und Co. in diesem Jahr ausfallen müssen: Mit unseren Ideen können Sie sich den Budenzauber auch nach Hause holen – ganz ohne Gedrängel!

Es leuchtet, es duftet, es mundet: Die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt ist mit nichts vergleichbar.
Es leuchtet, es duftet, es mundet: Die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt ist mit nichts vergleichbar. © Jens Kalaene/dpa

Sind die Lichter angezündet

Florian Kleemann legt bei seinem Weihnachtsschmuck sogar selbst Hand an.
Florian Kleemann legt bei seinem Weihnachtsschmuck sogar selbst Hand an. © Thomas Kretschel

In der Adventszeit mag ich es gemütlich. Ich stamme aus dem Erzgebirge, daher gehören Räuchermann, Nussknacker und Schwibbogen für mich zum Weihnachtsfest dazu. Viele Figuren haben eine Geschichte, sind zum Beispiel Erbstücke oder Geschenke. Mir ist es wichtig, dass der Schmuck traditionell und aus Holz ist – und natürlich aus dem Erzgebirge. Jedes Fenster in meiner Wohnung ist mit Schwibbögen und Laternen geschmückt. Diese säge ich selbst. Gerade arbeite ich an einem Bogen, der die Dresdner Frauenkirche zeigt. Die leuchtende Kulisse genieße ich am liebsten mit einem Glühwein in der Hand und dem unverkennbaren Duft eines ,Weihrichkarzls’ in der Nase.
Florian Kleemann (30), Ingenieur aus Dresden

Pfefferkuchen vom Pulsnitzer Profi

Seit 111 Jahren produziert man in Pulsnitz leckere Lebkuchen.
Seit 111 Jahren produziert man in Pulsnitz leckere Lebkuchen. © Pulsnitzer Pfefferkuchen

Was wäre ein Weihnachtsmarktbummel ohne Pfefferkuchen? Undenkbar! Kein Wunder also, dass in diesem Jahr der Online-Handel bei der Pulsnitzer Traditionsfirma Georg Gräfe floriert wie nie. Seit 111 Jahren produziert man hier das leckere Gebäck – das man übrigens das ganze Jahr über genießen kann, wie Pfefferküchlermeister Christian Nitsche sagt. Der Urenkel des Firmengründers und heutige Geschäftsführer mag am liebsten die fruchtig gefüllten Schokoladenspitzen. Für die SZ-Leser verrät er folgendes Rezept:

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Zutaten: 1.200 g Weizenmehl, 300 g Roggenmehl, 1.200 g Bienenhonig, 125 g Zucker, 60 g Pfefferkuchengewürz*, 30 g Hirschhornsalz (das Backtriebmittel in 3-4 Esslöffeln Wasser auflösen), 50 g Orangeat fein gehackt, eine Prise Salz.

*Mischen Sie nach Ihrem Geschmack Zimt, Nelke, Muskat, Koriander, Kardamom und geben noch etwas geriebene Zitronen- oder Apfelsinenschale zu.

Zubereitung: Bienenhonig und Zucker langsam erhitzen, auflösen und dann wieder bis auf 40°C abkühlen lassen. Das Mehl mischen, die abgekühlte Sirupmasse nach und nach zugeben und gut zu einem homogenen Teig verkneten. Den Teig luftig abgedeckt und kühl gelagert etwa zehn bis 14 Tage reifen lassen.

Zur Verarbeitung den Teig mindestens über Nacht wieder auf Küchentemperatur bringen, nach und nach die Gewürzmischung, das Lockerungsmittel, das fein gehackte Orangeat, die Prise Salz zugeben und zu einem homogenen Backteig verkneten. Diesen auf eine bemehlte Arbeitsfläche auf rund fünf Millimeter Dicke ausrollen. Beliebige Formen ausstechen, nach Belieben mit Mandeln und Nüssen belegen und bei 180 Grad etwa zehn bis zwölf Minuten backen. Nach dem Erkalten mit Schokoladen- oder Zuckerüberzügen veredeln und garnieren.

Emmerlichs Hitparade

© Jürgen Lösel

Ohne die Lieder und Weisen der Weihnacht wäre es nicht die Hohe Zeit des Jahres für mich. Ich bin damit groß geworden. Natürlich schätze ich das ganze romantische Liedgut, spiele aber nur allzu gern auch mal flotte Weisen, damit meine Enkelinnen dazu tanzen können. Deshalb passte auch die Auswahl meiner Beiträge für die Weihnachts-CD, die der Sächsischen Zeitung beilag, ganz gut.

Meine Hitliste würde wie folgt aussehen:

  • 1. „Stille Nacht, heilige Nacht“ - Ich habe das Lied auch schon dort gesungen, wo es am 24. Dezember 1818 zum ersten Mal erklungen ist: in der kleinen Kirche in Oberndorf bei Salzburg.

  • 2. „Es kommt ein Schiff, geladen“ - Der Choral ist einer der ältesten deutschsprachigen geistlichen Gesänge.

  • 3. „Es wird schon gleich dunkel“ - Die originale Mundart-Fassung des Tiroler Krippenlieds – „Es wird scho glei dumpa“ – hat übrigens auch ihren Reiz.

  • 4. „O du fröhliche“ Es ist so beschwingt, weil seine Melodie auf einem sizilianischen Frühlingslied beruht.

  • 5. „White Christmas“

Auch wenn es wohl wieder nichts mit weißer Weihnacht wird – träumen darf man ja. Bing Crosby hat das Lied von Irving Berlin 1941 erstmals gesungen. Den Film „Holiday Inn“, für den es geschrieben wurde, kennt kein Mensch. Es ist das einzige Weihnachtslied, das oscarprämiert ist.

Edel, heiß, lecker

Jana Schellenberg vom Gourmetrestaurant Caroussel in Dresden mag besonders Weißweine mit etwas Säure, Riesling zum Beispiel, als Grundlage für Glühwein – und gibt in Rum eingelegte Aprikosen oder einen Schuss weißen Portwein hinzu.
Jana Schellenberg vom Gourmetrestaurant Caroussel in Dresden mag besonders Weißweine mit etwas Säure, Riesling zum Beispiel, als Grundlage für Glühwein – und gibt in Rum eingelegte Aprikosen oder einen Schuss weißen Portwein hinzu. © Thomas Kretschel

Ein Glühwein ist nur so gut, wie seine schlechteste Zutat. Das sagt Sachsens bekanntester Weinsommelier Silvio Nitzsche. Es leuchtet ja auch irgendwie ein. Also keinen minderwertigen Wein kaufen, wenn man sich zu Hause selbst eine heiße Leckerei zubereiten möchte. „Pro Flasche sollten Sie dafür mindestens sechs Euro veranschlagen. Das kann sonst nicht gut gehen“, so Nitzsche. Sie finden das zu teuer? Dann hilft eine einfache Erinnerungsübung: Je nach Ort und Angebot kostete Weihnachtsmarktglühwein 2019 zwischen drei Euro und 4,50 Euro. Pro Becher.

Ein guter Ausgangswein braucht nur noch wenig Gewürz, versichert Nitzsche: Eine leere Vanilleschote, die vom Backen übrig ist, eine Zimtstange, einen Anisstern oder einige Rosinen reichen dafür vollkommen aus.

Auch Jana Schellenberg ist Sommelière – und Restaurantleiterin im Gourmetrestaurant Caroussel in Dresden. Ihre erste Wahl fällt in der Glühweinfrage auf Weine aus der Region. Sie mag besonders die Weißen mit etwas Säure, Riesling zum Beispiel – und gibt in Rum eingelegte Aprikosen oder einen Schuss weißen Portwein hinzu. Roten Wein peppt sie mit frisch gepresstem Orangen- oder Mandarinensaft und etwas Orangenschale auf.

Dazu Gewürze wie Zimtstange, Sternanis, Kardamom, die sie im Mörser leicht anstößt. Sie süßt sehr sparsam mit Agavendicksaft oder Honig. „Man kann auch braunen Zucker für einen malzigen Geschmack verwenden“, sagt Schellenberg.

Wer sich die Arbeit sparen und einen fertigen Glühwein kaufen möchte, wird auch bei Sachsens Winzern fündig: Haus Steinbach, Fourré, Schuh, Aust, Martin Schwarz, die Hoflößnitz fallen den Weinkennern ein. „Aber verwöhnen Sie sich nicht zu sehr. Sonst wird der nächstjährige Weihnachtsmarktglühwein unerträglich“, warnt Nitzsche.

Ran an den Rost

Portionen mit kurzer Garzeit sind jetzt die beste Wahl für den Rost.
Portionen mit kurzer Garzeit sind jetzt die beste Wahl für den Rost. © Rudolf Jaeger

Draußen grillen an den Festtagen? „Unbedingt“, sagt Rudolf Jaeger vom Grillsportverein, dem größten Onlineforum für Barbecue-Fans. Sein wichtigster Rat: „Schnell muss es gehen.“ Portionen mit kurzer Garzeit seien jetzt die beste Wahl für den Rost: Minutensteaks statt T-Bone-Stücken, Mini-Würstchen statt Riesenknacker, Cherry- statt Fleischtomaten. Auf eine Debatte, welches die beste Wurst sei, mag sich der 56-Jährige nicht so recht einlassen. „Gegen eine gute Thüringer ist jedenfalls nichts einzuwenden“, sagt er zunächst, verrät dann aber noch, dass er 2012 mit einer selbst gemachten Wurst Deutscher Meister seiner Zunft geworden ist. Nachahmer-Rezepte finden sich im Forum, das täglich bis zu 300.000 Gäste hat.

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Auch bei der Wahl des Grills ist Jaeger undogmatisch. „Die Holzkohle-Fraktion dürfte die Größte sein.“ Daneben würden Modelle mit Gasbrenner immer populärer. Doch Vorsicht: „Wind und Gasgrill – das verträgt sich nicht.“ Kohlegriller müssen an Brennstoff-Nachschub denken. Da Baumärkte derzeit geschlossen sind, empfiehlt Jaeger, auf spezialisierte Onlineshops wie mcbrikett.de auszuweichen.

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