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Kulturmüller denken an den Winter

© Matthias Schuman

Auf der Bischheimer Kleinkunstbühne ist Sommerpause. Echte Fans haben aber die Weihnachts-Höhepunkte im Blick.

Von Ina Förster

Bischheim. Kulturmüller Jens Reuter ist derzeit wieder viel am Meer. An der Ostsee, wohlgemerkt. Dort hilft der passionierte Gastronom und Kulturmacher gern bei Freunden aus. Und liebt natürlich ganz nebenbei die wundervolle Atmosphäre auf Usedom. Kompagnon Christian Schydlo hält derweil zu Hause die Stellung. Im Sommer wird viel geheiratet. Mit Vorliebe im urig-romantischen Ambiente ihrer Kulturmühle in Bischheim. Das Standesamt Haselbachtal freut sich auch wegen dem besonderen Lokal über stetig wachsende Beliebtheit. Die Bischheimer Müller zeigen im 15. Jahr, dass sie ihr Metier durchaus beherrschen.

Die neuen Spielpläne bis erstmals Februar 2019 liegen druckfrisch auf dem Tisch. Ganze 54 Konzerte, Kabarett- und Travestieabende sowie Ausstellungseröffnungen liegen vor den beiden. 22 davon allein in der Weihnachtszeit. „Da haben wir erfahrungsgemäß massig zu tun“, so Jens Reuter. „Die Gäste kommen von überall her. Bautzen, Dresden, Cottbus. Wenn der Dezember zehn Freitage hätte, wären die auf jeden Fall voll“, lacht er. Dass der Spielplan diesmal etwas weiter ins neue Jahr hineingeht, ist dem Wunsch der Gäste zu verdanken. Die wollen nämlich erfahrungsgemäß zu Weihnachten gern Tickets verschenken oder Gutscheine. Dass die Kulturmühle im Haselbachtal kein Geheimtipp mehr ist, wissen viele. Denn diese vielen haben es ja schließlich selber weitergesagt. Die Müller verschicken mittlerweile Gutscheine deutschlandweit.

Seit 15 Jahren wird hier in Bischheim statt Mehl Kultur gemahlen. Jedes Wochenende. Manchmal sogar drei Tage hintereinander. Die Gaststätte selber hat derweil in der Woche nur auf Vorbestellung offen. Und wird an den Wochenenden zu Familienfeiern gebucht. Das Flair und das Umfeld stimmen einfach. 1865 wurde die Mühle erbaut und diente bis 1920 vorrangig dem Mehlmahlen auf der Basis von Windkraft. Danach verschwand der größte Teil der originalen Innenausstattung, weil das landschaftlich schön gelegene Gebäude zur Jugendherberge ausgebaut wurde.

Das Kulturmühlen-Programm

Das neue Programm liegt in Bischheim und der Region aus. Ganze 54 Konzerte, Kabarett- und Travestieabende, Whisky-Seminare sowie Comedy und Literaturlesungen locken. Über 30 verschiedene Künstler sind für die neue Saison gebucht.

Höhepunkte:

27. Oktober: „Wenn die Ohren Augen machen und der Gaumen tanzt – russisch-ukrainisches Fest der Sinne“;

23. November: Heiko Harig „Die Comedy-Show“; 24. November: MTS – nach 45 Jahren das erste Comeback;

27. November: „The one and only“ Miss Chantal;

7. Dezember: Angelika Beier: „Zwischen Sex und 60“;

16. Dezember: Weihnachtskonzert mit „Hans die Geige“;

22. Dezember: Immer auf die Glocken (Matthias Machwerk);

11. Januar: The Irish Night mit Bob Bales;

19. Januar: Jonny Cash-Abend (Bastian Semm)

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Der Dresdner Architekt Hubert Jäger kaufte das Haus 1999 und baute um. Seit 2003 erfährt es als Kulturmühle eine Wiederbelebung. Jens Reuter und Christian Schydlo haben die Mühle gemietet. Man lebt dabei nicht von Subventionen oder Zuschüssen, sondern vom Engagement der Menschen, die hier vor, auf und hinter der Bühne ihr Bestes geben, heißt es. Viele Stammkünstler reisen mehrmals jährlich an. Für sie ist das urige Haus etwas Besonderes. Zum Beispiel für Vorpremieren. Und immer wieder kommen auch Neue. Wie 2019 erstmals der letzte Hauptdarsteller des Störtebeker aus Ralswiek, Bastian Semm. Anfang Mai feierten die Kulturmüller mit lieben Künstler-Freunden das Jubiläum auf ihre Art – mit Livemusik und Einlagen.

www.kulturmuehle.de