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Sachsen

Kunden nach Corona-Lockerung verhalten

Auch wenn die Sachsen wieder in die Geschäfte dürfen: Maskenpflicht und Abstandsregeln bremsen die Shopping-Laune.

In Sachsen haben Einkaufszentren und große Läden seit Mitte Mai wieder geöffnet - doch das gewohnte Leben kehrt nur langsam wieder in die Innenstädte zurück.
In Sachsen haben Einkaufszentren und große Läden seit Mitte Mai wieder geöffnet - doch das gewohnte Leben kehrt nur langsam wieder in die Innenstädte zurück. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. In Sachsen haben Einkaufszentren und große Läden seit Mitte Mai wieder geöffnet - doch das gewohnte Leben kehrt nur langsam wieder in die Innenstädte zurück. Der Einzelhandel sei weiterhin erheblich von der Corona-Krise betroffen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes, René Glaser, der Deutschen Presse-Agentur. Neben den vollständig ausgefallenen Umsätzen in den Wochen des Lockdowns zeigten sich nun die Kunden zurückhaltend. "Die Verbraucher- und Konsumstimmung ist deutlich eingebrochen."

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Der Handelsverband führt die aktuelle Zurückhaltung auf die zunehmende Unsicherheit am Arbeitsmarkt und den Anstieg der Kurzarbeit zurück. Auch die Auflagen zur Eindämmung der Pandemie verleiden offenbar vielen die Lust auf Einkaufsbummel. Neben der Maskenpflicht gilt in Sachsen eine Zugangsbeschränkung, wonach sich pro 20 Quadratmeter nur ein Kunde im Laden aufhalten darf - das führt vielerorts zu langen Wartezeiten und Schlangen. "Damit wird die ‎Shoppinglaune deutlich gebremst", sagte Glaser. Hinzu kommen auch ausbleibende Urlauber und Tagestouristen, die weniger Geld in den Städten - und beim Einkaufen - lassen.

Nur halb so viele Kunden

Gestützt wird diese Einschätzung von Zahlen des auf die Messung von Kundenfrequenzen in Innenstädten spezialisierten Unternehmens Hystreet. Demnach liegen die Besucherzahlen in wichtigen Einkaufsstraßen in Dresden und Leipzig nur etwa bei der Hälfte des vor Corona normalen Niveaus. Eigene Stichproben und Umfragen des Handelsverbandes bestätigten das Bild, so Glaser. "Und schaut man in kleinere Städte, ergibt sich ein noch dramatischeres Bild."

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Während der coronabedingten Schließungen hätten viele Menschen online Spielzeug, Elektronik oder Kleidung gekauft, davon profitierten vor allem große Plattformen. Ein erhoffter "Nachholeffekt" bleibe deswegen bisher aus. Viele Händler seien auf ihrer Frühjahrskollektion sitzen geblieben und müssten diese nun zu Schnäppchenpreisen verkaufen. ‎

Ein Drittel der Händler in ihrer Existenz bedroht

Der Handelsverband sieht deutschlandweit etwa ein Drittel der Händler in ihrer Existenz bedroht. Große Warenhäuser und traditionsreiche Einzelhandelsgeschäfte drohten zu verschwinden, betonte René Glaser. "Dies ist nicht zuletzt mit Blick auf die Zukunft unserer ‎Innenstädte als vitale Zentren kein schöner Ausblick."

Der Handelsverband fordert daher vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen einen staatlichen "‎Härtefallfonds" in Form von Liquiditätshilfen. Um den Konsum anzukurbeln, schlägt der Verband zudem "Konsumschecks" für alle Bürger vor. 

Mehr zum Coronavirus in Sachsen:

Eine ähnliche Idee hatten in der vergangenen Woche bereits Handwerk- Industrie- und Handelskammern in Sachsen ins Spiel gebracht. Die Gutscheine könnten vor allem für Branchen ausgegeben werden, die von der Corona-Krise besonders hart betroffen seien, hieß es. Der Freistaat arbeitet derzeit an einem Konjunkturprogramm, um der Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder auf die Beine zu helfen. (dpa)

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