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„Für Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Dialog“

Mit den Pegida-Demos macht Dresden derzeit Schlagzeilen. Oberbürgermeisterin Orosz und Sachsens Ministerpräsident Tillich wollen mit einer Kundgebung ein anderes Bild der Stadt zeigen.

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© dpa

Dresden. Angesichts von zuletzt 18 000 Pegida-Demonstranten in Dresden haben Stadt und Landesregierung zu einer Kundgebung für Weltoffenheit und Internationalität aufgerufen. „Wir setzen uns gemeinsam für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und den Zusammenhalt der Gesellschaft ein“, heißt es in dem Appell von Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (beide CDU). Sie forderten die Bürgerinnen und Bürger auf, am Samstagnachmittag vor der Dresdner Frauenkirche „für Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Dialog einzutreten“.

Die wöchentlichen Demonstrationen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) repräsentierten nicht die Stadt Dresden, sagte Orosz am Mittwoch. „Weil wir anders ticken. Weil wir für Weltoffenheit und Internationalität, für Diskussion und Miteinander“ stehen, betonte sie.

Die Erfolgsgeschichte des Kultur- und Wirtschaftslandes Sachsen sei nur möglich geworden, „weil die Menschen von hier gemeinsam mit Menschen aus allen Teilen der Welt Hand in Hand daran gearbeitet haben“, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf. Bei der Kundgebung werden neben Tillich und Orosz auch die IT-Unternehmerin Viola Klein und der Betriebsratschef des Dresdner Chipherstellers Globalfoundries, Ralf Adam, sprechen.

Sportvereine unterstützen Aufruf

Die Dresdner Vereine DSC 1898 Volleyball, SG Dynamo Dresden e.V., Dresdner Eislöwen, Dresden Monarchs e.V. und der Volleyball Club Dresden e.V. begrüßen die Initiative des Ministerpräsidenten und der Oberbürgermeisterin. In einer Pressemitteilung von Mittwochnachmittag hieß es: „Die Dresdner Vereine setzen sich für Akzeptanz und Respekt sowie gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ein. Aus Sicht des Sports ist es wichtig, den berechtigten Interessen der Bürger zuzuhören und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Anliegen des Sportes ist es, zu verbinden, nicht zu spalten, und für einen offenen und fairen Dialog einzutreten.“

Pegida trifft AfD - aber nicht im Landtag

Am Mittwochabend wollte eigentlich das 12-köpfige Pegida-Organisationsteam um Lutz Bachmann und Kathrin Oertel mit der AfD-Fraktion im sächsischen Landtag mögliche Gemeinsamkeiten ausloten. Das Treffen fand nach SZ-Informationen aber bereits am Nachmittag außerhalb des Landtags statt. Details über die Begegnung eines Teils des Pegida-Orga-Teams und eines Großteils der AfD-Fraktion wurden nicht bekannt. (szo/dpa)

Kundgebung: am Samstag, den 10. Januar 2015, um 15 Uhr vor der Frauenkirche