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Kunst am Bach

Die Sohle des Grünbachs Kurort Rathen wird saniert. Die Gestaltung beschäftigt einige Behörden.

© SZ/Gunnar Klehm

Von Gunnar Klehm

Kurort Rathen. Der Baggerfahrer schwenkt ein, lädt sich einen großen Sandstein in die Baggerschaufel und platziert ihn anschließend im Bachbett des fast ausgetrockneten Grünbachs. Dann werden die Fugen mit kleineren Steinen ausgefüllt und der Bagger zieht schließlich weiter Richtung Elbe. Das Ergebnis ist eine fast kunstvoll gestaltete Fläche, die sich auch auf manchen Gartenterrassen gut machen würde.

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Das Mosaik in Rathen hat aber eine andere Funktion, als die Ästhetik. Die bis dato gepflasterte Bachsohle wurde von den Fluten der vergangenen Jahre völlig zerstört. Mal drückte das Wasser der Elbe in den Bach, mal gab der Grünbach ordentlich Schub. Ein Pflasterstein nach dem anderen verschwand in der Elbe, in der Bachsohle entstanden Löcher und Ausspülungen drohten. Deshalb hatte die Gemeinde eine Baufirma beauftragt, die Pflasterung zu erneuern.

Dass nun aber ein Sandsteinmosaik eingebaut wurde, war nur ein Nebenprodukt dieser Vergabe. Weil sich diese Befestigungsart aber auch schon in der Kirnitzsch bewährt habe, kam dieses Nebenangebot noch mal auf den Tisch. Gemeinde, Wasserbehörde und Nationalparkverwaltung hatten gegen die Bauweise nichts einzuwenden. „Im Gegenteil, diese Sohle ist sogar besser für den Fischbestand“, erklärt Bürgermeister Thomas Richter (parteilos).

Lange wurde nach einem möglichen Bauzeitraum gesucht. Der Grünbach ist ein potenzielles Salmonidengewässer. Das bedeutet, dass dort Lachse oder Forellen zum Laichen erwartet werden. An solchen Gewässern darf vom 1. Oktober bis zum 30. April nur in Ausnahmefällen gebaut werden. Das war in Rathen gegeben, denn die Baufahrzeuge mussten permanent auf der engen, verkehrsberuhigten Straße Am Grünbach pendeln und Baumaterial anliefern. Dort drängen sich in der Hauptsaison jedoch Tausende Urlauber, was eine höhere Unfallgefahr gewesen wäre, als in der Vorsaison.

Um in Bachbett und Mündung bauen zu können, durfte der Wasserstand nicht zu hoch sein. Da passte es gut, dass es nach dem schneearmen Winter kein Frühjahrshochwasser auf der Elbe gab.

Beim Wasserstand des Grünbachs wurde außerdem vorgesorgt. „Vor Baubeginn haben wir mit dem Besitzer des Mühlteichs abgesprochen, dass er abgelassen wird“, erklärt der Bürgermeister. So habe es Stauraum gegeben, um den Abfluss so gering wie möglich zu halten. So konnten die Bauarbeiten nach Plan erledigt werden. Das kunstvoll gescheckte Bild der Bachsohle wird aber nicht von Dauer sein. Die hellen Bruch- und Schnittkanten dürften bald nachdunkeln.