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Kunst auf dem Parkett

Die Firma „Reichelt die Einrichter“ beteiligt sich an der bundesweiten Aktionswoche zur Berufsorientierung. Was sich die Ruppendorfer davon versprechen.

© Egbert Kamprath

Von Anja Ehrhartsmann

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Ruppendorf. Raumkonzepte entwickeln, Möbel polstern und Fußboden verlegen, das gehört bei der Firma „Reichelt die Einrichter“ aus Ruppendorf fest zusammen. Zum Familienbetrieb, der auf mehr als 180 Jahre Handwerkstradition zurückblicken kann, gehören rund 30 Mitarbeiter, darunter vier Azubis. Der Raumausstatter bildet in vier Bereichen aus: Parkettleger und außerdem Raumausstatter mit verschiedenen Spezialisierungen wie Boden, Polsterei oder Dekoration. Aktuell hat die Firma zwei Lehrstellen zu vergeben, als Bodenleger und Parkettleger. „Es ist schwierig, in dem Bereich an neue Lehrlinge zu kommen“, sagt Marketingfrau Anja Fath. „Dabei sind das schöne Berufe. Am Ende des Tages hat man etwas geschaffen, und die Kunden freuen sich über das Ergebnis.“

Gerade beim Parkett sei die Nachfrage bei den Kunden groß. „Die Leute gehen heute auf das Nachhaltige. Viele wollen keinen PVC-Boden mehr, sondern Naturmaterial, das die Umwelt nicht schädigt“, erklärt Anja Fath. Deshalb bietet die Firma Reichelt Bodenbeläge aus Kautschuk und echten Parkettboden aus verschiedenem Holz an. „Wir wollen uns absichtlich vom Angebot im Baumarkt unterscheiden. Das kostet natürlich auch dementsprechend, aber das Material hat dafür auch eine längere Haltbarkeit.“ Um individuell auf Kundenwünsche eingehen zu können, sind ausgebildete Parkettleger notwendig. „Holz ist nicht gleich Holz“, betont Geschäftsführer Jörg Reichelt. Gerade wenn Parkett über eine Fußbodenheizung oder in einem außergewöhnlichen Muster gelegt werden soll, ist Fachwissen gefragt. Ähnliches gilt für den Bodenleger.

Um auf sich aufmerksam zu machen, ist der Ruppendorfer Betrieb bereits zum zweiten Mal bei der Schau-rein-Woche dabei, einer Aktionswoche zur Berufsorientierung für Schüler ab Klasse 7. So könne schon frühzeitig Kontakt zu potenziellen Lehrlingen geknüpft werden, erklärt Anja Fath. An zwei Tagen haben Schüler die Möglichkeit, bei Reichelts einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und selbst Hand anzulegen. Ein Tag ist für die Parkettleger reserviert, der andere für die Bodenleger. Noch sind Plätze frei.

Die Ruppendorfer sind nur einer von knapp 90 Betrieben, die sich dieses Jahr an der Schau-rein-Woche in der Sächsischen Schweiz und dem Osterzgebirge beteiligen. Rund 350 Angebote in mehr als 100 Ausbildungsberufen stehen für die Schüler vom 12. bis 17. März zur Auswahl, sagt Kati Zuber von der Wirtschaftsförderung im Landratsamt in Pirna. Die sachsenweite Aktion findet bereits zum zwölften Mal statt und geht auf die Initiative des Staatsministeriums für Kultus zurück. Die Koordination für den Landkreis übernimmt die Wirtschaftsförderung des Landkreises, in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Pirna.

Laut Kati Zuber haben sich bisher mehr als 500 Schüler im Landkreis angemeldet. Aber es sind noch Plätze frei. „Die Angebote werden direkt online gebucht, nach dem Grundsatz: Wer zuerst kommt, malt zuerst“, sagt Kati Zuber. Falls im Traumberuf nichts mehr verfügbar ist, unterstützt Kati Zuber die Jugendlichen und tritt mit passenden Unternehmen für weitere Angebote in Kontakt. Die Aktionswoche hat den Vorteil, dass sie als Schulveranstaltung gilt, die Schüler vom Unterricht freigestellt werden und dennoch versichert sind. „Außerdem können die Schüler die kostenfreie Fahrkarte nutzen, um mit Bus und Bahn zu den Unternehmen zu fahren“, sagt Kati Zuber.

Mehr Infos und Anmeldung unter www.schau-rein-sachsen.de