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Zittau

Kunst oder Vandalismus?

Auf der Schneekoppe hat die Nationalparkverwaltung eine farbige Stein-Spirale entdeckt - hinter einer Absperrung. Wenig später stellte sich die Täterin.

Blick auf die Schneekoppe.
Blick auf die Schneekoppe. © Irmela Hennig

Mitarbeiter des tschechischen Nationalparks KRNAP haben am Donnerstag einen ihrer Sicht nach Akt des Vandalismus auf der Schneekoppe entdeckt. So fanden sie ein sogenanntes Kunstwerk in Form einer Spirale hinter einem mit Ketten abgesperrten Terrain. 

Die Verwüstungen im Umfeld der Schneekoppe seien besonders gravierend, sagte der für den Naturschutz verantwortliche stellvertretende Parkdirektor Toloknov. Der Grund: Dort haben sich nach der letzten Eiszeit infolge von Frost und Tauwetter einmalige glaziale Böden herausgebildet, die heute zum geologischen Erbe gehören. Zusätzliche Schäden verursachte das Herausreißen und Beschmieren von Felssteinen mit Farbe. 

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Wie das Onlineportal Jgora24 meldete, hat sich am Sonnabend eine Frau in der Verwaltung des Nationalparks gemeldet und die Tat gestanden. Die Dame entschuldigte sich für ihr Verhalten und gab an, sich der Auswirkungen ihrer Handlungen nicht bewusst gewesen zu sein. Die Künstlerin der farbigen Spirale bekam dafür eine Geldstrafe von 5.000 Kronen (knapp 200 Euro). Von einer höheren Strafe sah die Verwaltung ab, weil die Frau sich freiwillig stellte und ihr Verhalten bedauerte. "Unsere Untersuchungen am Ereignisort haben zudem ergeben, dass keine ins Gewicht fallenden Zerstörungen der geomorphologischen Struktur eingetreten sind und glücklicherweise dort keine vom Aussterben bedrohte Gewächse betroffen waren." Zudem habe sie nur lose, herumliegende Steine für ihr Vorhaben eingesetzt, hieß es. 

Die Naturschützer erinnern dennoch daran, Kettenabsperrungen im Nationalpark, sowohl auf tschechischer wie polnischer Seite nicht zu überklettern. Sie dienen zum einen dem Schutz der Besucher wie auch der empfindlichen Vegetation in den Gipfellagen.

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