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Kunst unterm Hammer

Versteigerung. Das neue Auktionshaus Fine Art in Leipzig will viermal im Jahr die Interessenten zusammenbringen.

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Von Susann Huster,Leipzig

Wer ein Kunstwerk geerbt, zu Hause dafür aber gerade keinen Platz hat und es zu einem guten Preis verkaufen will, ist im Auktionshaus richtig. Auch Eheleute in Scheidung wählen oft diesen Weg, um den gemeinsamen Kunstbesitz in Bares zu verwandeln. In Auktionshäusern wird Kunst von Experten geschätzt und mit etwas Glück auch zu einem akzeptablen Preis verkauft. Insider aus aller Welt nutzen häufig diese Möglichkeit, um ihre Sammlungen zu komplettieren oder sich ausgefallene Einzelstücke zuzulegen.

Das neu eröffnete Leipziger Auktionshaus Fine Art in der Katharinenstraße gegenüber dem Bildermuseum führt solche Kunstversteigerung durch. Für die letzte Auktion vor wenigen Tagen hatte Inhaber Bodo Hellmann 300 Artikel von sogenannten Einlieferern entgegengenommen. Darunter waren interessante Gemälde von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner und Walther Firle, aber auch diverses Meissner Porzellan, wertvolle antike Möbel, Silber, Lampen und ganz besondere Bücher – viele Stücke im Wert von mehreren tausend Euro, die teuersten Möbel sogar bis zu 35 000 Euro.

Schätzung durch Experten

Wer sich in dieser Szene nicht auskennt, weiß häufig gar nicht, wie eine solche Kunstauktion abläuft. „Wir versteigern die Artikel im Auftrag der Einlieferer und sind ein Dienstleister für alle, die Kunst zu Geld machen müssen oder wollen“, sagt Hellmann, der außerdem gemeinsam mit seinem Sohn ein Kunsthandelsunternehmen im thüringischen Bad Liebenstein betreibt. Auch Antiquitätengeschäfte nutzen häufig Auktionshäuser, um bestimmte Kunstsachen zu veräußern.

Kommt ein Kunde mit einem Artikel, den er versteigern lassen möchte, wird dieser zunächst von Experten geschätzt. Die Fachleute, die mit dem Auktionshaus zusammenarbeiten, ermitteln die Schätzpreise des jeweiligen Kunststücks und geben den Kunden Empfehlungen für Mindestgebote. Das unterste Gebot liege dabei meist bei der Hälfte des jeweiligen Schätzwertes. „Schließlich muss das Auktionshaus für den Käufer einen Anreiz schaffen“, erklärt Hellmann. Welche Schätze zu welchen Mindestgeboten zu haben waren, wurde im Onlinekatalog auf der Website des Auktionshauses aufgelistet.

Kunstkenner, die inkognito auftreten wollen, erscheinen meist nicht persönlich bei der Auktion, sondern geben ihre Gebote telefonisch, schriftlich oder per Internet ab. „Keiner weiß mehr so richtig, wo der Käufer sitzt“, berichtet Hellmann. Er verdient erst etwas, wenn der eingelieferte Artikel tatsächlich verkauft ist. Dann gibt es ein Aufgeld vom Käufer und ein Abgeld vom Einlieferer.

Fachliche Beratung

Das Auktionshaus bietet seinen Kunden darüber hinaus fachliche Beratung beim Aufbau privater Sammlungen, die weltweite Suche und Beschaffung geeigneter Objekte und die Organisation des Transportes an, vermittelt ihnen auch Kunstversicherer und Restauratoren. Etwa viermal jährlich soll künftig im Leipziger Auktionshaus Fine Art Kunst unter den Hammer kommen. Der Termin für die nächste Versteigerung steht auch schon fest. Sie soll am 2. Dezember stattfinden. (ddp)