merken

Kunsthaus in der Robotron-Kantine?

Die Stadt hat das Gebäude untersuchen lassen. Zahlen und Fakten sprechen für sich.

© Sven Ellger

Von Kay Haufe

Die Zeichen stehen auf Grün. Nach monatelangen Untersuchungen zur Gebäudesubstanz der Robotron-Kantine wird die Stadt jetzt empfehlen, dass das Kunsthaus dorthin umzieht. „Es wäre vernünftig, die Städtische Galerie für Gegenwartskunst im Lingnerstadt-Gebäude unterzubringen“, sagt Doris Oser, die persönliche Referentin von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne).

Anzeige
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA

Ab dem 18. Januar gibt es bei NORMA wieder zahlreiche Rabattaktionen. Hier finden Sie die besten Angebote und Aktionsprodukte aus dem aktuellen Prospekt.

In den nächsten Tagen wollen Bau- und Kulturamt eine gemeinsame Vorlage zur Zukunft der Robotron-Kantine vorstellen. Der Stadtrat hatte im März den klaren Auftrag an das Rathaus erteilt, nach Perspektiven für das Gebäude zu suchen. Eigentlich sollten die Vorschläge bereits Ende August auf dem Tisch liegen. Doch nun könnte der Stadtrat Anfang kommenden Jahres entscheiden, wohin die Reise geht. „Wir haben jetzt belastbare Zahlen, was die Sanierung des Gebäudes kosten würde. Anhand der Fakten können sich die Stadträte ein eigenes Bild machen“, sagt Doris Oser. Es sei eine politische Entscheidung, ob die Kantine noch eine Chance bekommt. Der Flachbau, der seit vielen Jahren ungenutzt verfällt, war in den 1980er-Jahren eine der meistbesuchten Betriebsgaststätten Dresdens. Hier wurden täglich 4 500 Portionen gekocht, um die Schichtarbeiter des volkseigenen Betriebes in der Innenstadt sowie Schüler zu verschiedenen Zeiten mit warmem Essen zu versorgen.

Vor wenigen Tagen hatte sich der Rektor der Hochschule für Bildenende Künste (HfBK) an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und die Stadträte gewandt, um die Planungen für den neuen Standort des Kunsthauses zu unterstützen. Es habe immer wieder erfolgreiche Kooperation der Hochschule mit dem Kunsthaus gegeben. Zudem sei das Kunsthaus ein Bindeglied zur internationalen Kunstszene. „Auch unter dem Aspekt einer weiteren positiven Entwicklung für die Hochschule, ihre Präsenz im kulturellen Leben der Stadt ..., ist unser Interesse an einem neuen, zentral gelegenen Ort in städtebaulich interessanter Lage außerordentlich groß“, schreibt Rektor Matthias Flügge.

Eine Absichtserklärung, Räume in der Robotron-Kantine nutzen zu wollen, hat der neu gegründete Kunstverein Dresden abgegeben. Gemeinsame Projekte mit dem Kunsthaus seien geplant, die für Dresden und darüber hinaus interessant sein könnten, schreibt die Vereinsvorsitzende Friederike Warkus. Und auch der Branchenverband der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft „Wir gestalten Dresden“ sieht den Erhalt der Robotron-Kantine als wichtiges Ziel. Er will dort ein Forschungslabor einrichten, in dem es um Zukunftstechnologien geht, das sogenannte Open Future Lab. Es soll Arbeitsort und wissenschaftliche Forschungsstätte sein, ein Ort, der offen für alle ist und Synergien bündelt sowie Einblicke in vielfältige Zukunftsszenarien ermöglicht. Ob überhaupt genügend Platz für all diese Ideen in dem Flachbau ist, müssen weitere Planungen ergeben. „Wir konzentrieren uns zunächst auf das Kunsthaus“, sagt Doris Oser.

Eigentlich hatte die Stadt vor, die Kantine abzureißen und an ihrer Stelle den benachbarten Blüherpark zu erweitern. Mit dem Bau des neuen Wohngebietes verschwindet Grün, das ersetzt werden muss. Und es gibt bereits eine Abrissgenehmigung. Doch der Grundstückseigentümer wartet zunächst ab. (mit sr)