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Kunstministerin stellt kulturpolitische Leitlinien vor

Der Streit um die Gedenkstätten ist beigelegt, die Finanzierung der Hochschulen beschlossen. Sachsens Wissenschafts- und Kunstministerin Sabine von Schorlemer hat die Hausaufgaben dieser Legislatur erledigt. Nun stellt sie kulturpolitische Leitlinien vor.

Dresden. Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) sieht im demografischen Wandel eine Herausforderung für die Kulturpolitik. „Abseits der urbanen Zentren stellt sich die Frage, wie sich Kunst und Kultur auf dem Lande entfalten können. Wir brauchen mehr mobile Angebote für eine alternde Bevölkerung“, sagte sie am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Kultur könne für Menschen ein Anker sein.

Um den Ideenwettbewerb auf diesem Gebiet zu beflügeln, hat von Schorlemer bei einer privaten Stiftung aus Hamburg Geld für einen Preis eingeworben. Er soll den Titel „KunstZeitAlter“ tragen und alle zwei Jahre vergeben werden. Das Preisgeld beläuft sich auf insgesamt 10.000 Euro und soll auf mehrere Einzelpreise verteilt werden.

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Die Kultur in Zeiten des demografischen Wandels ist nur eine von mehreren kulturpolitischen Leitlinien, mit denen von Schorlemer ins neue Jahr startet. Den Kunsthochschulen mit ihrer zum Teil jahrhundertelangen Tradition räumt sie eine gewisse Sonderstellung ein.

Existenzgrundlage sichern

Sie hätten nicht nur Verantwortung zur Ausbildung von künstlerischen Spitzenleistungen, sondern müssten die Studierenden auch für eine gesicherte Existenzgrundlage rüsten. „Nicht jeder wird am Ende als Künstler sein Geld verdienen. Es geht auch um die Frage, ob man Schnittstellen beispielsweise zur Kreativwirtschaft schafft und das bereits in der Ausbildung verankert.“

Nach Ansicht der Ministerin kann Sachsen auch auf dem Feld der Kulturforschung punkten. Das Projekt Daphne - eine Datenbank zur Provenienzforschung - gelte inzwischen bundesweit als Modell. Im Verbund mit Partnern aus der Wissenschaft seien Museen als Forschungseinrichtungen auch international bedeutsam. Als Beleg nannte sie die Fraunhofer-Allianz zur Restaurierung von Kulturgut. Hierbei sollte man fortan noch stärker auf EU-Ebene kooperieren. Im Kunstbereiche würden EU-Projekte bisher kaum eine Rolle spielen.

Von Schorlemer will auch eine „Kunst der Willkommenskultur“ pflegen und hat dabei vor allem ausländische Künstler und Einwanderer im Blick. „Ich finde es schön, wenn man Künstler als Artist-in- Residence einlädt und ihnen eine Schaffensmöglichkeit bietet“, betonte die Ministerin. Zur interkulturellen Öffnung gehöre aber auch die Präsentation sächsischer Kulturinstitutionen im Ausland. „Sachsen kann so kulturelle Botschafter in die Welt entsenden. Das sollte man noch stärker als bisher nutzen.“ (dpa)