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Kunstvoller Journalismus

Die Ausstellung zum 15. Deutschen Karikaturenpreis zeigt Denkwürdiges im Format der feinen, provokanten Striche.

Von Franz Werfel

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Karikaturen sind große Kunst auf kleinem Raum. Meist muss der Zeichner aktuell liefern, oft mehrere Bilder am Tag für verschiedene Medien. Diese zeigen Probleme an einem Beispiel auf, spitzen zu – und sind dabei auch noch doppelbödig. Das Attentat mit zwölf Todesopfern auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris zeigt, welch wichtige Rolle Karikaturisten in der Gesellschaft zukommt und dass wir ihre Freiheit zur Provokation immer wieder von Neuem verteidigen müssen.

Erlebbar ist diese Kunst der Karikaturisten derzeit in einer Ausstellung im Haus der Presse. Mindestens eine Stunde sollte der Besucher für den Rundgang einplanen. Schließlich gibt es viel zu entdecken: über 500 Bilder von fast 100 Künstlern, die sich in diesem Jahr alle unter dem Motto „Wie krank ist das denn?!“ versammeln.

Neben der Drogentherapeutin Christel Mett, dem seltsamen Psychiater Dr. B. Knackt oder dem Sensenmann mit Burnout bringen viele Karikaturen den neudeutschen Ernährungswahn aufs Tapet. Da gibt es – neben dem Jury-Preisträger „Versteckte Fette“ des Bayern Rudi Hurzlmeier (zwei Dicke hinter einem Baum) – auch die Ernährungslehrerin Dröllkamp, die nicht einmal durch die Tür des Klassenzimmers passt. Oder den Verzweifelten, der hektisch seinen Kühlschrank verrückt, weil der Arzt ihm riet, seine Ernährung umzustellen. Selten ist man durch eine Ausstellung spaziert, in der andere Besucher vor jedem zweiten Bild laut loslachen.

Anlass für die Bilderschau ist die 15. Verleihung des Deutschen Karikaturenpreises. Diesen lobte die Sächsische Zeitung im Jahr 2000 erstmals aus – mittlerweile gilt er als wichtigste deutsche Auszeichnung in der Branche. Übrigens: Das Publikum hat noch Zeit bis zum 1. Februar, seinen eigenen Favoriten zu küren.

Die Ausstellung ist bis zum 1.2. 2015 geöffnet, täglich von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet pro Person vier Euro, ermäßigt und für SZ-Card-Inhaber zwei Euro. Kinder bis sieben Jahre haben freien Eintritt.

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