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Kurtaxe macht Hostels und kleinen Pensionen zu schaffen

Betreiber fürchten, dass sich mehr Gäste außerhalb der Stadtgrenze einmieten. Gerade bei jungen Touristen schlagen die Mehrausgaben zu Buche.

Von Christiane Raatz

Dresden. Wer in einem Hostel übernachtet, schaut in der Regel aufs Geld. Die Kurtaxe, die seit dem 1. Februar in Dresden alle Übernachtungsgäste zahlen müssen, schlägt deshalb für junge Leute und Rucksacktouristen besonders zu Buche. „Die Kurtaxe ist für uns eine extreme Verteuerung“, sagt Michael Lottes, Betreiber von Lollis Homestay in der Dresdner Neustadt.

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Die Übernachtung in einem Achtbett-Zimmer kostet 13 Euro. Die 1,30 Euro Sonderabgabe bedeuten da eine Preissteigerung von zehn Prozent, rechnet Lottes vor. „Das wird nur zähneknirschend bezahlt.“ Für die Zukunft macht sich Lottes Sorgen um die Auslastung – zumal Dresden ohnehin ein recht teures Pflaster sei. Und die Kurtaxe mache die Stadt für junge Touristen nicht unbedingt attraktiver.

Auch Pensionen, die am Stadtrand, etwa in Wachwitz, Sporbitz oder Laubegast liegen, sorgen sich: Touristen könnten sich außerhalb der Stadtgrenze einmieten und sich so das Geld für die Kurtaxe sparen. „Diese Befürchtung haben viele“, sagt Eberhard Kunte, der in Laubegast die Pension Villa Hedwig betreibt. Kunte hat einen Beschwerdebrief an die Stadt geschickt. Darin kritisiert er den Begriff Kurtaxe. Schließlich sei Dresden kein Kurort. Deshalb will er die Formulare, die er seinen Gästen vorlegt, ändern und eine „Kulturtaxe“ verlangen. Zudem verlangt er einen Aufwandsersatz für die bürokratische Mehrarbeit. Die Stadt verwies in ihrer Antwort auf die angespannte Finanzlage. Dresden will durch die Kurtaxe rund fünf Millionen Euro pro Jahr einnehmen,

In die Oberpoyritzer Pension Im Grünen an der Elbe kommen vor allem Urlauber, die es ruhiger mögen. Viele wandern in den Weinbergen oder in der Sächsischen Schweiz „Die fahren zwar auch einmal nach Dresden, aber Kultureinrichtungen besuchen sie kaum“, sagt Betreiberin Barbara Fischer. Bezahlen müssen sie trotzdem. Viele Gäste, die die Kurtaxe aus Urlaubsregionen kennen, erwarten im Gegenzug Ermäßigungen in städtischen Einrichtungen – die es allerdings nicht gibt.

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„Das ist für viele Gäste auch das Hauptproblem“, sagt Gerhard Schwabe vom Dresdner Hotelierverband Dehoga. Bisher sei die Einführung der Kurtaxe reibungslos verlaufen. Das liege daran, dass die Auslastung im Januar und Februar gering ist. „Wenn es Ostern den ersten Touristenansturm gibt, rechnen wir mit Chaos.“