Merken

Kurzarbeit bei Infineon Dresden

Der Halbleiterkonzern Infineon wird für einen Großteil der Belegschaft in seinem Dresdner Werk Kurzarbeit einführen.

Teilen
Folgen

Das bestätigte Firmensprecherin Diana Heuer am Donnerstag gegenüber sz-online. Bereits ab Februar werden die Mitarbeiter der Unternehmensbereiche Produktion und Qualität zehn bis 30 Prozent weniger arbeiten, um die schwierige wirtschaftliche Lage zu überbrücken. Von der Maßnahme ist den Angaben zufolge ein Großteil der Belegschaft betroffen. Genaue Zahlen nannte Heuer jedoch nicht. Die Kurzarbeitsregelung bei Infineon sei zunächst für ein halbes Jahr geplant. In den betroffenen Bereichen werden außerdem alle Leiharbeiter entlassen.

Die Maßnahmen seien am Dienstag mit dem Betriebsrat abgestimmt worden. In den kommenden Monaten müsse man zudem überprüfen, ob auch die kleineren Abteilungen am Produktionsstandort Dresden ihre Arbeitszeit verkürzen müssen, so Heuer weiter. Prinzipiell sei dies bei allen der rund 1.800 Infineon-Mitarbeiter denkbar.

Die Finanzlage beim größten privaten Arbeitgeber Ostsachsens hatte sich Ende vergangenen Jahres dramatisch zugespitzt. Der Halbleiterkonzern Infineon, der in Dresden inklusive seiner Tochter Qimonda rund 5.000 Menschen beschäftigt, hatte das Geschäftsjahr 2007/08 mit einem Rekordverlust von 3,12 Milliarden Euro beendet. Vorstandschef Peter Bauer teilte bereits im Dezember mit, er sei „angesichts der Aussichten für die kommenden Quartale beunruhigt“. Zwar verursachte die Infineon-Tochter Qimonda den mit Abstand höchsten Verlustanteil, aber auch das Chip-Geschäft von Infineon selbst rutschte in die roten Zahlen. (szo/SZ)