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Kurzarbeit bei Meissen-Keramik geht zu Ende

Im Oktober soll die Produktion wieder anlaufen. Vorher wird das Meissen-Keramik-Werk modernisiert.

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Von Susanne Plecher

Die lange Durststrecke der 103 Angestellten des Meißner Fliesenwerkes scheint endlich überstanden. Wenn im Oktober die Produktion wie geplant wieder anläuft, enden für sie 22 lange Monate Kurzarbeit.

„Das Unternehmen investiert einen einstelligen Millionenbetrag in die technologische Erneuerung des Meißner Werkes“, sagt Georg Richerzhagen. Er ist seit dem 1. April Geschäftsführer der Meissen-Keramik. Trotz der umfangreichen Modernisierungen sichert er allen 103 hiesigen Angestellten in Produktion, Lager und Verwaltung ihre Arbeitsstelle fest zu.

Neue Produktionsmethode

„Momentan wird allerdings noch nichts produziert, sondern demontiert“, sagt Richerzhagen. 80 Prozent der alten Zweibrandanlagen sind abgebaut und moderne Einbrandanlagen bestellt worden. Zurzeit werden die Hallen für deren Installation vorbereitet. Bei der einfachen Brennmethode erfolgt im Gegensatz zum Zweibrandverfahren nur ein Brennzyklus, bei dem der Scherben gleichzeitig gesintert und die Glasur geschmolzen wird. Dadurch können moderne großformatige Wandfliesen kostengünstig hergestellt werden.

„Die Qualität kann mit dem Zweibrandverfahren absolut konkurrieren“, sagt Werkleiter Falk Thierig. Für die Installation der neuen Maschinen kann er schrittweise immer mehr Angestellte aus der Kurzarbeit zurück ins Werk holen. Unter dem Vorbesitzer Deutsche Steinzeug war im Dezember 2008 die Produktion still gelegt und alle 103 Beschäftigten auf Kurzarbeit null gesetzt worden. Das Unternehmen musste auf den dramatischen Rückgang der Baukonjunktur im Inland reagieren und hatte damit Entlassungen vermeiden wollen.

Vertrieb in Westeuropa

Anfang März verkaufte die Deutsche Steinzeug das Fliesenwerk einer luxemburgischen Gesellschaft. Diese gehört zur polnischen Magellangruppe, die mit den Fliesen- und Sanitärkeramikherstellern Cersanit S.A. und Opoczno Marktführer in Polen ist. Mit dem Erwerb der Meissen-Keramik will sich der Investor den westeuropäischen Markt erschließen.Von hier aus soll der gesamte Vertrieb für die Beneluxländer, Deutschland, Österreich und die Schweiz organisiert werden. Vermarktet werden dort nicht nur die Meißner Wandfliesen, sondern auch die in Polen produzierten Bodenfliesen, Sanitärkeramik und weitere Produkte rund ums Bad. Neu ist auch, dass nicht mehr nur die Baumärkte beliefert werden sollen. „Einschränkungen wie damals unter der Deutschen Steinzeug gibt es jetzt nicht mehr. Wir wenden uns an alle potentiellen Interessenten“, sagt Geschäftsführer Richerzhagen mit Blick auf die Fachhändler.

Die Meissen-Keramik hat zwei Standorte. Produziert wird ausschließlich in Meißen, wo ab 2011 wieder ausgebildet werden soll. Den Vertrieb organisieren siebzehn Angestellte von Dortmund aus.