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Kurzschluss in der Oberschule

In dem einzigartigen Gebäude wurde Brandschutztechnik installiert. Seitdem gibt es dort merkwürdige Vorkommnisse.

Von Eric Weser

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Strehlas Oberschule ist ein Einzelstück unter den ansonsten eher gleichförmigen DDR-Schulbauten. Das macht das Haus für Architekturhistoriker besonders interessant. Wenn aber in dem mehr als 55 Jahre alten Haus gebaut wird, dann bereitet das denkmalgeschützte Unikat den Verantwortlichen meistens Kopfzerbrechen.

Und gebaut worden ist in den vergangenen Jahren des Öfteren. Zuletzt ist der Laubengang mit den Wermsdorfer Platten am Boden aufwendig saniert worden. Die Schäden erwiesen sich als größer, als man erwartet hatte. Bei dem Bau kam auch eine Brandmeldeanlage ins Haus. Ohne den Einbau hätte die Schließung gedroht. Die neue Sicherheitstechnik hat für das alte Gebäude allerdings unangenehme Nebeneffekte. „Wenn jetzt irgendwo im Haus eine Sicherung kommt – und die kommt regelmäßig – geht das Notlicht an“, so Schulmitarbeiterin Michaela Köhler bei einem Rundgang mit Stadträten im Haus am Montag.

Grund sei die alte Elektroanlage, die nach „Hamburger Schaltung“ funktioniere. Diese sorgt regelmäßig für Kurzschlüsse und ist heute nicht mehr zulässig. Aber in dem Schulbau gibt es die Installationsart noch. Und sie sorgt, dass der Hausmeister regelmäßig nach der herausgeflogenen Sicherung suchen muss – was laut Schulleitung schon mal Stunden dauern kann.

Die Stadt als Eigentümerin des Schulhauses will dieses und andere Probleme beseitigen lassen. Mit Geld, das vom Land für Schulsanierungen ausgereicht wird.

In Strehlas Oberschule soll damit zunächst der Klassentrakt C saniert werden, der älteste von insgesamt drei Trakten. Den Linoleum-Fußboden in den Räumen kennt selbst mancher Stadtrat noch aus der eigenen Schulzeit. Er soll ausgetauscht werden. Neue Decken sollen die Akustik in den schallenden Räumen verbessern. Mit der malermäßigen Instandsetzung könnten die Aufputz-Installationen verschwinden, die sich im Lauf der Jahre an den Wänden angesammelt haben. Die alten Geländer im Treppenhaus sollen auf heutige Sicherheitsvorgaben erhöht werden.

Beim Rundgang der Stadträte am Montag zeigt sich allerdings, dass bei dem äußerlich eher schnörkellosen, im Inneren dafür umso verwinkelteren Schulbau auch anderswo noch einiges im Argen liegt. Vor allem im Keller. Unterrichtsräume gibt es dort zwar wenige. Aber auch Schülerjacken, Reinigungsgeräte oder Heizungsanlagen brauchen Platz.

Doch der Schulkeller hat ein Feuchtigkeitsproblem, das auch mit baufälligen Entwässerungsleitungen zu tun hat. Es riecht muffig im Keller, in einigen Räumen bröckeln Putz und teilweise sogar Ziegelschichten von den Wänden. Die Feuchte sei besonders im Sommer extrem, so Bauplanerin Bärbel Tietze. Die Strehlaerin hat schon einige Baumaßnahmen im Haus während der vergangenen Jahre begleitet. Rund drei Millionen Euro seien in die Sanierung geflossen, schätzt sie. Eine Million allein in die sanierte Sporthalle. „Es ist zwar ein schönes Haus, aber auch ein absoluter Sparbau. Er lässt einen immer wieder mit dem Kopf schütteln“, so Barbel Tietze über die Oberschule.

So viel es am Gebäude zu verbessern gebe: Es sei nicht alles schlecht im Gebäude, ist den Schulvertretern um Leiterin Katrin Wilczek am Ende des Rundgangs wichtig zu betonen. Erst kürzlich habe ein Werkenraum neben der großen Schulaula hergerichtet werden können. Die Aula-Bestuhlung aus alten, im Boden verschraubten Holzklappstühlen könnte mal erneuert und die Bühne gemalert werden, wünschen sich die Lehrer.

Für die drei Schwerpunkte Klassentrakt, Keller und Aula soll jetzt ein Konzept her. Im Stadtrat am 20. November soll es besprochen und das weitere Vorgehen festgelegt werden. Es sei klar, dass nicht alles in den nächsten zwei, drei Jahren erledigt werden könne, so Bürgermeister Jörg Jeromin (FWG) im Anschluss an den Rundgang. Wichtig sei, dass die Stadt eine Planung vorbereite, mit der man arbeiten könne, sobald es Zuschüsse gebe.