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Lachmuskeltraining in der Kirche

Das Kabarett „Die Barhocker“ aus Oelsnitz gastierte in der Stadtkirche Waldheim. Gezeigt wurden Ausschnitte aus den bisherigen Programmen.

„Die Barhocker“ sorgten in der Stadtkirche Waldheim für Lacher. Die Kabarettisten zeigten Ausschnitte aus ihren bisherigen Programmen.
„Die Barhocker“ sorgten in der Stadtkirche Waldheim für Lacher. Die Kabarettisten zeigten Ausschnitte aus ihren bisherigen Programmen. © Foto: Dietmar Thomas

Von Helene Krause

Waldheim. Lachsalven tönten am Freitagabend durch die Stadtkirche von Waldheim. Doch es war kein Gottesdienst, der dort gefeiert wurde. Im Altarraum gastierte das Kabarett „Die Barhocker“ aus Oelsnitz im Erzgebirge. In der Veranstaltung zeigten die Kabarettisten Sascha Wildenhein und Kay Haberkorn Ausschnitte aus ihren Programmen der letzten Jahre.

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Vom Kindesalter bis zum Sterben, jede Lebenslage wird von ihnen aufs Korn genommen. Da geht es unter anderem um Kinder, die in Hotels unerwünscht sind, um das ständige Starren auf das Smartphone, das Jugendliche gegen Bäume rennen lässt oder darum, wie Fremdwörter in der deutschen Sprache die Sätze unverständlich machen. Auch das Eheleben lassen die Kabarettisten nicht aus: Mutti muss dem überarbeiteten Papa, der das Geld heranschafft, am Abend die Pantoffeln und das Bier bringen. Sie fühlt sich unverstanden und will sich scheiden lassen. Doch für die Scheidung fehlt das Geld. Da bringt sie ihrem Gatten lieber weiterhin das Bier und macht ihm das Abendbrot.

Auch über die Zeitnot in der Altenpflege lassen sich Wildenhain und Haberkorn aus. Rentner müssen, weil der Pflegedienst kommt, schon 6 Uhr früh aufstehen. Dabei dachten sie, im Rentenalter ausschlafen zu können. Die Pflege sieht nicht besser aus. Der Patient spuckt das Frühstück aus. Die Pflegekraft wischt ihm den Mund mit einem Waschlappen ab. Dann wischt sie mit dem gleichen Waschlappen die ausgespuckten Essensreste vom Fußboden auf und danach gleich noch einmal über den Mund und das Gesicht des Patienten. Damit ist die Morgenwäsche gleich mit erledigt. Doch Rentner sterben irgendwann. Allerdings leben in Waldheim zu wenige davon.

Eine Hüpfburg auf dem Friedhof

Dem Bestattungsunternehmen fehlt die Kundschaft. Kurzerhand wird nach dem Beispiel der Autohändler und Supermärkte ein Tag der offenen Tür auf dem Friedhof, im Krematorium und bei den Bestattern organisiert. Auf dem Friedhof gibt es nicht nur ein Riesenrad, sondern auch für die Kinder eine Hüpfburg. Der Betreiber des Krematoriums grillt die Würstchen höchstpersönlich und die Gäste können in einem Sarg probeliegen. Schließlich muss man wissen, ob es in dem letzten Möbelstück auch bequem ist und man vielleicht noch ein Kopfkissen braucht.

Seit 19 Jahren zeigen Kay Haberkorn und Sascha Wildenhein als „Die Barhocker“ ihre humoristischen Stücke. Der Name des Kabaretts kommt daher, weil in Oelsnitz die Kulturhalle saniert wurde. Dabei entdeckten die Arbeiter einen Raum, in dem eine Bar war. Die wurde im Stil der 50-er und 60-er-Jahre hergerichtet. Seit dem dient sie den Kabarettisten als Bühne für ihre Sketche.

Das Gastspiel in der Stadtkirche in Waldheim kam deshalb zustande, weil Pfarrer Reinald Riechber, früher Pfarrer in Oelsnitz, mit den Kabarettisten befreundet ist. „Da bot es sich an, sie einzuladen“, sagte Pfarrer Riechber. Die Veranstaltung war zudem auch als ein Dankeschön für die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer des Kirchspiels Waldheim/Geringswalde gedacht. „Die Mitarbeiter haben für das Kabarett Freikarten erhalten,“ erklärt der Organisator.