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Politik

Länder schotten sich gegen Touristen aus Corona-Hotspots ab

Beginn der Sommerferien und Corona-Hotspots in NRW. Kann das gut gehen? Auch Sachsen will nun ein Attest von den Reisenden.

Ein Polizist geht zu einer Gruppe von Menschen, die hinter einem Bauzaun in der Stadt Verl unter Quarantäne stehen.
Ein Polizist geht zu einer Gruppe von Menschen, die hinter einem Bauzaun in der Stadt Verl unter Quarantäne stehen. © David Inderlied/dpa

Gütersloh.  Angesichts des massiven Corona-Ausbruchs beim Fleischkonzern Tönnies im Kreis Gütersloh weisen inzwischen fast alle Bundesländer Touristen aus der Region ab. Auch Sachsen zog am Freitagabend nach. Demnach dürfen Beherbergungstätten Gäste aus Risikogebieten ab Samstag nur dann aufnehmen, wenn diese einen maximal zwei Tage altes ärztliches Attest über ihre Coronafreiheit vorlegen können. 

 Nur wenige Bundesländer verzichten bislang auf Beherbergungsverbote oder andere Maßnahmen, die in der soeben begonnenen Sommereisesaison eine Ausbreitung der Pandemie verhindern sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dankte am Freitag den Bürgern in den Kreisen Gütersloh und Warendorf für ihr Mitwirken am Lockdown. 

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Am Freitag begannen in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien, Zehntausende Menschen brachen im bevölkerungsreichsten Bundesland in den Urlaub auf. In anderen Bundesländern besteht daher die Sorge, dass das Virus in die Urlaubsziele verschleppt werden könnte. Am Freitag erließen neben Sachsen zum Beispiel auch Brandenburg, Hessen und das Saarland Beherbergungsverbote für Gäste aus Corona-Risikogebieten. Allerdings fiel zum Beispiel laut Robert Koch-Institut im Kreis Warendorf die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage mit 47,9 wieder unter den entscheidenden Wert von 50.

Die Bundesregierung rief bei regionalen Corona-Ausbrüchen wie in den Kreisen Gütersloh und Warendorf zu Solidarität auf und warnte vor einem Anprangern dort lebender Menschen. "Jede Region kann plötzlich von einem Ausbruch betroffen sein", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Er verurteilte es scharf, dass Menschen aus den Kreisen beleidigt und ihre Autos zerkratzt worden seien. Das sei ein "völlig inakzeptables und widerwärtiges" Verhalten. Gefragt sei dagegen gerade in schwierigen Situationen gegenseitiger Respekt.

Die Kanzlerin rief am Freitag den Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, an. "Die Bundeskanzlerin hat Mut gemacht und sich bei mir bedankt", sagte der CDU-Politiker laut Pressemitteilung. Sie habe gesagt, die Bürgerinnen und Bürger des Kreises seien unverschuldet in die aktuelle Situation gekommen. Durch den Lockdown und den damit verbundenen Beschränkungen leisteten sie einen sehr wichtigen Beitrag, damit sich das Virus nicht über den Kreis Gütersloh hinaus auch in Deutschland ausbreiten könne. (dpa)

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