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Lärm des Kraftwerks Turów soll bis 2015 deutlich nachlassen

Schlaflose Nächte in der Nähe des Kraftwerkes Turów sollen bald der Vergangenheit angehören. Der Lärmschutz kommt voran.

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© dpa

Dresden/Turów. Der Lärm, der vom polnischen Kraftwerk Turów nahe der Grenze zu Sachsen ausgeht, soll spätestens 2015 deutlich nachlassen. Bis dahin sollen die vor knapp drei Jahren begonnenen Schutzmaßnahmen abgeschlossen und der Geräuschpegel halbiert sein, wie Sachsens Umweltministerium am Montag in Dresden mitteilte. «Wir sind der Kraftwerkleitung sehr dankbar, dass sie eine große Geldsumme in die Hand nimmt», sagte Umweltstaatssekretär Fritz Jaeckel laut Mitteilung bei einem Besuch in Turów.

Gut eine Drittel der fünf Millionen Euro seien bereits investiert und 54 von 63 Einzelmaßnahmen umgesetzt worden, hieß es. Dazu gehörten Arbeiten an einem Schornstein, dessen Ventilatoren als eine der größten Lärmquellen gelten.

Das Braunkohlekraftwerk Turów liegt nur wenige hundert Meter von den sächsischen Orten Hirschfelde und Rosenthal im Landkreis Görlitz entfernt. Messungen hatten 2008 ergeben, dass vor allem nachts der in Deutschland zulässige Lärmpegel überschritten wurde. Maßnahmen zur Schallminderung in Bodennähe hatten damals nur geringe Auswirkungen auf die Situation der Anwohner.

Das Kraftwerk war 1962 errichtet worden. Zwischen 1998 und 2004 wurden sechs von zehn Kraftwerksblöcken abgerissen und durch neue ersetzt. Dadurch wurde die Luftbelastung durch Schwefeldioxid um 84 Prozent und durch Staub um 96 Prozent reduziert - allerdings kam damit das Lärmproblem auf. (dpa)