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Lärmschutz beschäftigt Gericht

Drei Neumarkt-Investoren reichen Klage ein. Und die Stadt will noch mehr von ihnen.

© Kimmerle Unternehmen

Von Bettina Klemm

Ab auf den Grill

Warme Sommernächte, schönes Wetter. Zeit zum Grillen! Doch worauf muss man achten und was schmeckt am besten auf dem Grill?

Michael Kimmerle kämpft um die Verwirklichung seines Traums. Am Neumarkt will er mit seinem Projekt Jüdenhof Dresden ein Schmuckstück schaffen, in dem Hotel, Läden, Gastronomie und Wohnungen vereint sind. Dabei werden das Dinglingerhaus und das Triersche Haus originalgetreu wiedererrichtet.

Doch Kimmerle soll an 19 Wohnungen eine Festverglasung, das heißt, nicht zu öffnende Fenster, einbauen. Für das Hotel sind Fenster mit abnehmbaren Griffen vorzusehen, sodass die Fenster zum Reinigen und für Reparaturen geöffnet werden können. Das Ganze sind schon leichte Verbesserungen, als Ergebnis eines Widerspruchs bei der Landesdirektion Sachsen gegen die Auflagen der städtischen Baugenehmigung. Hintergrund ist der Lärm, der vom Kulturpalast durch das nächtliche Verladen und Abtransportieren von Konzerttechnik ausgeht. Der Kulturpalast war zuerst da und die Stadt hat auch bei dessen Umbau keinen zusätzlichen Lärmschutz veranlasst. Nun hat er Bestandsschutz, wie es in der Fachsprache heißt. Die Bewohner der künftigen Gebäude sollen nun nicht nur durch spezielle Schallschutzfenster, sondern auch durch eine Festverglasung geschützt werden. Das betrifft das Hotel, alle Wohn- und Schlafräume sowie Kinderzimmer in den Wohnungen an der Rosmarin- und Schössergasse sowie zum Teil der Galeriestraße.

„Ich kann das nicht akzeptieren“, sagt Michael Kimmerle. Er baue ohnehin schon die besten Schallschutzfenster ein, die es derzeit auf dem Markt gibt. Nun hat er Klage eingereicht, um die Festverglasung zu verhindern. Um die Frist zu wahren, ging das Schreiben am 11. März bei den Juristen ein, wie Sprecher Robert Bendner bestätigt. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 7 K 359/15 geführt. Allerdings sind die Anwälte von Kimmerle erst dabei, die Begründungen auszuarbeiten. So gebe es auch noch keinen Termin für eine mögliche Verhandlung, sagt Bendner.

Es gibt in dieser Lärmschutzangelegenheit am Neumarkt noch zwei weitere Kläger. Sie betreffen das sogenannte Gewandhausgrundstück. So klagt die Griebnitzsee Projektentwicklungsgesellschaft gegen die Stadt. Sie besitzt aber nur einen kleinen Teil der Fläche. Der Löwenanteil gehört der Firma USD Immobilien. Auch diese soll wegen des fehlenden Lärmschutzes am Kulturpalast klagen.

Die Stadt wiederum will weitere Lasten auf den Investoren übertragen. So teilt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) mit, dass sich die Forderung der Stadträte, die historischen Keller auf dem Gelände öffentlich zugänglich zu machen sowie eine öffentliche Toilette zu integrieren, nur durch private Bauherren verwirklichen lässt. Die Stadt habe dazu kein Geld.