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Lärmschutzwände für Ödernitz?

Die B 115 ist zu laut. Die Frequenz der Fahrzeuge lässt sich kaum beeinflussen. Die Belastung für die Anwohner schon.

© Archiv: r u

Von Thomas Staudt

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Ödernitz. Kaum ist ein Auto vorüber, folgt das nächste: Zu den Stoßzeiten am Vormittag und abends ist die B 115 rund um Niesky dicht befahren. Laut der Verkehrszählung der Bundesanstalt für Straßenwesen von 2010 nutzen die Straße über drei Millionen Fahrzeuge im Jahr. Das hat Konsequenzen in vielerlei Hinsicht: Abgase, Abnutzung der Fahrbahn, Lärm. Letzterer erreicht vor allem in Ödernitz kritische Werte.

Der Brennpunkt interessiert nun auch Brüssel. Denn Lärm macht krank. Laut dem Bundesumweltamt können bei einer Langzeitbelastung Gehörschäden auftreten oder der Blutzucker negativ beeinflusst werden. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nicht selten. Das hat man bei der EU erkannt und zur Vermeidung von Langzeitfolgen, aber auch als Präventivmaßnahme ein Planungsinstrument aufgelegt. Es nennt sich Lärmaktionsplanung und läuft nach 2012 bereits zum zweiten Mal.

Karten müssen erstellt und Stellungnahmen verfasst werden, um das Ganze irgendwann in die Gleichung zu bringen: Weniger Lärm ist gleich weniger Belastung. Die Stadt Niesky ist dabei nun aufgefordert, sich zu äußern und entsprechenden Handlungsbedarf anzumelden.

Grundsätzlich ist jedes Mittel denkbar, um eine Minderung der Belastung herbeizuführen. Die Palette reicht von Lärmschutzwänden über eine Geschwindigkeitsbegrenzung bis hin zu Flüsterasphalt und einer Bepflanzung zwischen der Straße und dem Beginn des Dorfes. Allerdings muss jede Maßnahme zuvor vom Landesamt für Verkehr und Straßenbau (Lasuv) genehmigt werden, das dann auch die Kosten tragen müsste.

Und was sagen die Ödernitzer? Sie selbst haben sich an die steigende Verkehrsdichte und den damit verbundenen Lärm gewöhnt, obwohl einige Grundstücke nur in Wurfweite von der B 115 entfernt liegen. „Da wird manchmal lauter über die Nieskyer diskutiert, die Ödernitz als Abkürzung in Richtung Görlitz benutzen“, sagt Ortsvorsteherin Simone Sturm.

75 Wohneinheiten sind von der steigenden Lärmbelastung stärker betroffen als alle anderen. Nach den Erhebungen werden die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte dauerhaft überschritten, sowohl am Tag als auch nachts.

Bis Juni kann man sich im Nieskyer Rathaus für die Stellungnahme im Zuge der Lärmaktionsplanung Zeit lassen. Dann läuft die Frist ab.