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Läuft ein Wolf durch Nünchritz?

Ein Anwohner ist sich sicher, das Raubtier auf seinem Wäscheplatz gesehen zu haben. Ein Jäger hält das nicht für unmöglich.

© Sachsenforst

Von Christoph Scharf

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Nünchritz. Etwas größer als ein Hund, höher und vor allem länger – und völlig entspannt unterwegs: So beschreibt ein Nünchritzer ein Tier, das er Freitag früh vom Küchenfenster aus über den Wäscheplatz hat laufen sehen. „Ich bin mir sicher, dass das ein Wolf war, meine Frau hat ihn auch gesehen“, sagt der 67-Jährige. Der Wolf sei „beherzt“ über das Areal an der Karl-Marx-Straße gelaufen – so, als könne ihn Nichts aus der Ruhe bringen. Und das sei nicht die einzige Wolfssichtung gewesen, die der Nünchritzer am Freitag gemacht hat: Auf dem Rückweg von seiner Arbeit habe er mittags nahe des Glaubitzer Waldes, Höhe Alte See, aus dem Auto heraus ein ganzes Rudel beobachtet. „Das war allerdings aus größerer Entfernung, sodass ich mir nicht hundertprozentig sicher bin“, sagt der Mann. Ein Bus vor ihm habe jedenfalls für die Tiere bremsen müssen.

Ein von der SZ befragter Jäger hält die Beobachtung jedenfalls für nicht unwahrscheinlich. „Ich werde häufiger zu den Überresten von gerissenen Rehen gerufen“, sagt das Mitglied des Jagdverbands Großenhain. Da spreche alles für den Wolf – auch wenn der eindeutige Nachweis nach mehreren Tagen schwerfalle, weil sich dann auch Fuchs, Marderhund, Rabenvögel an den Kadavern zu schaffen gemacht haben. Die Jahreszeit spreche ebenfalls dafür, dass Wölfe jetzt verstärkt unterwegs sind: Im Frühjahr beobachte der Jäger jedes Jahr, dass junge Wölfe auf Wanderschaft gehen, um sich ein eigenes Gebiet zu suchen. Sowohl Nutztierhalter als auch Hundebesitzer sollten sich darauf einstellen – und auf ihre Tiere achten.