merken

Land reagiert auf Gewalt in Asylunterkunft

Das Heim an der Hamburger Straße soll besser geschützt werden. Auch eine Videoüberwachung wird geprüft.

© René Meinig

Nahezu täglich kommt es zu Streit, Vandalismus und Gewalt in der Flüchtlingsunterkunft an der Hamburger Straße. Die SZ berichtete in den vergangenen Tagen mehrfach über die Vorfälle. Am Freitag gab es nun eine Sicherheitskonferenz in dem Heim, in dem derzeit rund 450 Personen untergebracht sind. Die Landesdirektion, der Betreiber, das Wachunternehmen und die Polizei nahmen daran teil.

Holm Felber, der Sprecher der Landesdirektion, erklärte danach die Ergebnisse: „Die bereits kurzfristige personelle Verstärkung des Wachschutzes wird ausgebaut.“ Es werde eine partielle Videoüberwachung in den Gemeinschaftsbereichen geprüft. Zudem soll das Heim durch bauliche Maßnahmen besser gegen Vandalismus und Sachbeschädigung geschützt werden. „Der Treppenhausturm wurde bereits mit einem Sicherheitsnetz ausgestattet, welches verhindert, dass Gegenstände auf den Hof geworfen werden“, so Felber. Behörden, Betreiber und Wachschutz wollen zudem intensiver mit dem Rat der Nationen zusammenarbeiten. Das ist eine Vertretung der Bewohner der Unterkunft.

Anzeige
Vernünftige Rendite statt 0 % Zinsen
Vernünftige Rendite statt 0 % Zinsen

Geld anlegen. Klassische Zinsen kassieren. Das ist auf absehbare Zeit schwierig. Mit MeinInvest investiert man in die Zukunft!

„Die Maßnahmen dienen dem Schutz der ganz überwiegend friedlichen Bewohner, der Mitarbeiter des Betreibers, der Wachschutzmitarbeiter und der Polizei“, erklärt Felber. Es seien „erste Reaktionen“ auf die gewaltsamen Angriffe „einzelner Bewohner“. Solche Konferenzen gebe es regelmäßig. Für die Hamburger Straße wurde diese zusätzlich einberufen, weil die Situation in den vergangenen Wochen und Monaten immer mehr eskaliert ist.

Immer wieder musste die Polizei dort anrücken, weil sich Asylbewerber gegenseitig attackierten. Es gab auch Angriffe auf Mitarbeiter, Wachleute und am vergangenen Freitag hatten rund 50 Bewohner versucht, eine Polizeikette zu durchbrechen.

Weiterführende Artikel

Kritik an geplantem Ankerzentrum

Kritik an geplantem Ankerzentrum

Die Linken sehen durch die geplante Unterbringung an der Hamburger Straße die Menschenrechte in Gefahr. Außerdem fördere solch eine Unterkunft Gewaltdelikte.

Erneuter Einsatz in Asylunterkunft

Erneuter Einsatz in Asylunterkunft

In den Asylunterkünften auf der Hamburger und Bremer Straße kehrt keine Ruhe ein. Erneut gab es am Wochenende Konflikte unter den Bewohnern.

Asylsuchende, die in Erstaufnahmeeinrichtungen kommen, sollen eigentlich innerhalb weniger Wochen überprüft, ihr Antrag bearbeitet und die Personen dann an die Kommunen verteilt werden. In der Unterkunft leben aber viele Geflüchtete aus Ländern, die nicht als Kriegsgebiete eingestuft sind. Einige leben bereits seit mehr als einem halben Jahr in der Unterkunft. Ihre Chance, anerkannt zu werden, ist gering. Teilweise haben sie auch bereits Aufforderungen, auszureisen. Ihnen droht die Abschiebung. Dazu kommt, dass einige der Bewohner aus arabischen Ländern ständig mit Bewohnern aus den ehemaligen Sowjetstaaten in Konflikt geraten. Die bilden die größten Gruppen. (SZ/awe)