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Land unter im Kreis Meißen

Das Unwetter am Freitagnachmittag dauerte nur kurz. Die Folgen sind verheerend.

© André Braun

Von Peter Anderson

Meißen. Die Lommatzscher Pflege, der Raum Nossen und die angrenzenden Gebiete des Landkreises Mittelsachsen haben am Freitagnachmittag und -abend am stärksten unter Starkregen und Überschwemmungen gelitten.

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Erste Meldungen kamen von Kreisbrandmeister Ingo Nestler aus Lommatzsch. Dort liefen die Einkaufsmärkte Netto und Edeka voll Wasser. Innerhalb kürzester Zeit mussten die Feuerwehren zu über 30 Einsatzstellen ausrücken. Das brachte die Kameraden schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Verstärkung selbst aus entfernteren Städten des Kreises wie Radeburg wurde angefordert.

Eine kritische Situation entwickelte sich in kürzester Zeit entlang des Ketzerbaches. Dessen Pegel schnellte von einem unbedenklichen Level fast auf die Hochwasserwarnstufe 4. Zwischenzeitlich wurde erwogen, gefährdete Grundstücke in Ziegenhain zu evakuieren. Dort entspannte sich die Lage später. Der Schwerpunkt verlagerte sich auf Leuben, wo alle Vorbereitungen getroffen wurden, um von fünf Grundstücken größeren Schaden abzuwenden.

Einen zweiten Schwerpunkt neben Lommatzsch bildete offenbar der Raum Nossen. Das war einem Beitrag der Feuerwehr Nossen bei Facebook zu entnehmen. Dort hieß es am Freitagabend: „Der starke Regen brachte Überschwemmungen mit sich. Derzeit sind alle acht Ortswehren mit sämtlichen Fahrzeugen im Einsatz.“ Dadurch seien rund 50 Kameraden gebunden. Es würden alle Meldungen abgearbeitet. Die Bürger wurden aufgerufen, Ruhe zu bewahren, damit die Feuerwehr sinnvoll die Meldungen abarbeiten könne.

Dramatische Bilder liefen von der Autobahn 14 ein. Zwischen Nossen-Nord und Döbeln-Ost stand das Wasser so hoch, dass die Piste in Höhe der Raststätte Hansens Holz über Stunden gesperrt war. In beiden Richtungen herrschte erhöhte Aquaplaninggefahr. Der Verkehr staute sich über mehrere Kilometer. Die Polizei bat darum, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

Parallel zur Autobahn war möglicherweise auch der Zugverkehr vom Unwetter betroffen. Auf der S-Bahn-Strecke durch das Elbtal kam es am Abend zu teils erheblichen Verspätungen. Diese betrugen bis zu über einer halben Stunde. Laut telefonischer Aussage der Bahn war eine Signalstörung dafür verantwortlich. Ob diese im Zusammenhang mit dem Starkregen stand, war nicht bekannt. Als ärgerlich für die Reisenden erwies sich vor allem, dass keine Information über Lautsprecher kamen.

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Unmittelbar nachdem die schlimmsten Gefahren abgewendet waren, gingen die Einwohner der betroffenen Ortschaften zusammen mit der Feuerwehr an die Aufräumarbeiten. Kreisbrandmeister Ingo Nestler geht davon aus, dass diese mindestens über das Wochenende andauern werden. Die Höhe der Schäden sei mit der Flut 2013 zu vergleichen, so Nestler.