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Landambulatorium wird wiederbelebt

Der Umbau zum Verwaltungssitz der Firma Altenpflege Lausitz soll bald starten. Besitzerin ist eine junge Rietschenerin.

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© Jens Trenkler

Von Carla Mattern

Rietschen. Das Landambulatorium überrascht. Ein Äskulapstab an der Fassade zum Hof und einer als Mosaik im Fußboden des Kellers - damit rechnet der Besucher des imposanten Hauses im Rietschener Zentrum. Doch die dekorativen Glasfenster im Keller - auf die fallen ausnahmslos bewundernde und erstaunte Blicke. Erst jüngst, als die neue Besitzerin des Gebäudes mit Mitarbeitern des Denkmalschutzamtes beim Landkreis durch das Haus gegangen ist.

Seit diesem Monat gehört das Haus Linda Spretz. Die 26-Jährige arbeitet als Pflegedienstleiterin für betreutes Wohnen und den ambulanten Dienst in Rietschen, außerdem ist sie rechte Hand und Partnerin der Inhaberin und Geschäftsführerin der Altenpflege Lausitz. Das ist Jeannett Spretz, die Mutter der 26-Jährigen.

Das eindrucksvolle, knapp hundert Jahre alte Gebäude wird der Verwaltungssitz des Unternehmens Altenpflege Lausitz. Zur Firma gehören das Altenheim im Herrenhaus im Rietschener Ortsteil Teicha, mobile Pflegeteams in Weißwasser und Rietschen, betreutes Wohnen im Hotel Kristall in Weißwasser und im Heil- und Pflegezentrum in Rietschen, eine Küche mit Catering- und Lieferdienst, in der etwa 200 Mittagessen täglich gekocht werden, ein Beratungs- und Betreuungsdienst und eine Fortbildungsakademie. Etwa 95 Mitarbeiter kümmern sich um etwa 100 Pflegekunden.

Für all das ist viel Verwaltungsaufwand notwendig. „Der Verwaltungsaufwand ist größer geworden. Wir platzen aus allen Nähten“, sagt die Firmenchefin. Deshalb wurde nach einem Objekt gesucht und mit dem Landambulatorium das passende gefunden. Es bietet etwa 750 Quadratmeter Nutzfläche auf drei Etagen. Ein weiteres Plus: Es habe eine top Lage zentral im Ort und in der Nähe des Bahnhofes, was als Anlaufstelle für Kunden und Angehörige besonders wichtig sei, so Linda Spretz. Sie erwarb es vom Energieunternehmen Leag und wird es nach dem Umbau an die Altenpflege Lausitz verpachten.

Erst einmal steht für das Gebäude jedoch eine grundlegende Frischzellenkur an. Damit es sozusagen wiederbelebt wird, müssen in dem unterkellerten dreigeschossigen Gebäude Handwerker aller Baugewerke ran. Von Fenstern, Türen, Dach und Fassade bis hin zu Elektrik, Brandschutz, Fußböden und Anstrichen wird alles angefasst. Zwischen Reparieren, Sanieren, Modernisieren ist die Bandbreite der notwendigen Arbeiten. Dabei muss das Haus nicht komplett umgebaut werden. Denn es eignet sich von der Raumaufteilung schon jetzt gut für seinen künftigen Einsatz.

Wie viel Geld die neue Besitzerin an den bisherigen Eigentümer bezahlt hat, will sie nicht verraten. Fest steht, dass sie hier keine Wohnung ausbauen lassen wird für ihre kleine Familie mit dem Partner und dem 15 Monate alten Sohn. „Wir haben eine schöne Wohnung, in der wollen wir auch bleiben“, sagt Linda Spretz.

Im Landambulatorium entstehen Büroräume, Besprechungsräume, Beratungsräume für Kunden und Angehörige, im Kellerraum mit den tollen Fenstern vielleicht ein schöner Pausenraum. Nach einer groben Schätzung werden mindestens 350 000 Euro für den Umbau notwendig. Einen Teil des Geldes wollen die Spretzes über das Leader-Förderprojekt bekommen, erste Anträge sind bereits abgegeben. Auf jeden Fall sollen die Aufträge an ortsansässige Firmen gehen oder an welche aus der Region.

Sechs Mitarbeiter werden in dem Haus an der Muskauer Straße künftig ihren Arbeitsort haben. Nach dem Umzug vom Heil- und Pflegezentrum ins Landambulatorium bekommen die Bewohner in Haus 3 mehr Platz. „Aus zwei Büros werden Zimmer für Bewohner. Das heißt, dass die Bewohner künftig alle Einzelzimmer haben und es damit für sie komfortabler wird“, sagt Jeannett Spretz. Lediglich ein Büro werde es weiter im Heil- und Pflegezentrum geben, damit Linda Spretz als Pflegedienstleiterin auch vor Ort einen Platz hat.

Die junge Rietschenerin ist wie ihre Chefin und Mutter auch Krankenschwester, oder wie es jetzt heißt, Gesundheits- und Krankenpfleger. Nach ihrer dreijährigen Ausbildung in Cottbus startete sie vor fünf Jahren als Pflegedienstleiterin und Praxisanleiterin bei der Altenpflege Lausitz. Linda Spretz ist auch als Palliativschwester ausgebildet. Jeannett Spretz ist stolz auf ihre Tochter. „Sie ist meine rechte Hand und meine Nachfolgerin“, sagt sie.