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Landkreis profitiert von Berufspendlern

Die zieht es zur Arbeit nicht nur in die Landeshauptstadt. Viele kommen auch von dort in den Landkreis.

© Symbolbild/dpa

Von Dominique Bielmeier

Die Zahl der Menschen, die nicht dort arbeiten, wo sie leben, steigt beständig. Im vergangenen Jahr sind laut einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn bereits rund 60 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer für den Beruf in eine andere Gemeinde gependelt. Für den Freistaat und seine Kreise und kreisfreien Städte hat das Statistische Landesamt einen Bericht zum Pendlerverhalten der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten veröffentlicht. Die wichtigsten Erkenntnisse für den Landkreis Meißen im Überblick:

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Pendler ist nicht gleich Pendler

In der Statistik unterscheidet man zwischen Einpendlern und Auspendlern: Einpendler sind die Beschäftigten, die im Landkreis arbeiten, aber in einem anderen Kreis oder gar Bundesland leben. Auspendler sind Bewohner des Landkreises, die über die Kreis- oder Landesgrenze zur Arbeit fahren. Der Pendlersaldo gibt die Differenz zwischen beiden an. Ein positiver Wert bedeutet einen Überschuss an Einpendlern, ein negativer einen Auspendlerüberschuss.

Der Pendlersaldo sinkt in Sachsen

Das zeigen Daten des Statistischen Landesamtes für die Jahre 2012 bis 2016. Im vergangenen Jahr pendelten demnach nur gut 20 000 Menschen mehr aus dem Freistaat aus als ein; die Zahl der Menschen, die zum Arbeiten nach Sachsen fahren, steigt beständig, im vergangenen Jahr erreichte sie den höchsten Stand seit 1999. Besonders viele kommen dabei aus den neuen Bundesländern. Die pendelnden Sachsen arbeiten dagegen häufiger in den alten Bundesländern, allen voran Bayern.

Nur die Städte haben mehr Einpendler

Der Landkreis Meißen liegt beim Pendelverhalten seiner Beschäftigten im Sachsentrend: Nur in den drei größten Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz pendeln mehr Menschen ein als aus. Im Juni 2016 kamen knapp 30 000 Männer und Frauen zum Arbeiten in den Kreis, rund 35 000 waren außerhalb beschäftigt, davon pendelten knapp 29 000 in einen anderen sächsischen Landkreis. Insgesamt lebten zum Stichtag knapp 94 500 Beschäftigte im Kreis Meißen. Ganz ähnlich sind die Pendler-Zahlen übrigens für den Landkreis Nordsachsen.

Auspendler arbeiten meist in Dresden

Weit weg zieht es die Arbeitnehmer aus dem Kreis Meißen erwartungsgemäß nicht: Die meisten – genau 19 480 Menschen – pendelten im Juni 2016 über die Kreisgrenze nach Dresden. Knapp 2 200 Menschen fuhren zur Arbeit nach Mittelsachsen und knapp 2 000 in die Sächsische Schweiz. Den längsten Arbeitsweg, zumindest innerhalb des Freistaats, hatten wohl die 42 Beschäftigten, die eine Stelle im Vogtland gefunden hatten.

Viele Dresdner zieht es in den Kreis

Die Nähe zur Landeshauptstadt wirkt sich auch andersherum aus: Sehr viele Dresdner, knapp 11 000, pendelten im Juni 2016 zum Arbeiten in den Kreis Meißen. Aus den Kreisen Sächsische Schweiz und Mittelsachsen kamen jeweils mehr als 2 500 Pendler, aus Bautzen knapp 2 100. Den Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Meißen Sascha Dienel wundert das nicht: „Wir haben viele interessante Arbeitgeber in der Region. Das sind nicht nur die großen Unternehmen wie Wacker Chemie, Koenig & Bauer, die Walzengießerei Coswig, sondern auch zahlreiche kleine Unternehmen.“

Auch im Kreis gibt es Bewegung

Pendeln muss nicht zwangsläufig über die Kreisgrenzen hinausführen, wie auch Dienel weiß: „Es gibt Kommunen, in denen weniger große Unternehmen ansässig sind, die aber aus Wohnaspekten interessant scheinen, wie Weinböhla. Auf der anderen Seite Kommunen mit größeren Gewerbegebieten, auch in Autobahnnähe, wie Radeburg, Thiendorf oder Klipphausen.“ Diese Standorte seien nicht nur unter logistischen Aspekten günstig zu erreichen, sondern böten auch Arbeitsgelegenheit für Personen aus weiterem Umfeld.

Männer pendeln mehr als Frauen

Auch das zeigt die Statistik: Pendeln ist häufiger Männersache. Über 19 000 Männer pendelten im Juni 2016 über die Landkreis-Grenze, aber nur knapp 16 000 Frauen. Im Gegenzug kamen knapp 18 000 Männer in den Kreis, aber nur gut 10 000 Frauen.

Das liegt zum einen daran, dass weniger Frauen als Männer beschäftigt waren (rund 45 000 zu knapp 49 000 im Kreis Meißen). „Vielleicht ist dies aber auch mit familiären Aufgaben verbunden beziehungsweise der Kinderbetreuung am Nachmittag“, mutmaßt Dienel.

Pendler nutzen häufiger S-Bahnen

Dass Pendler immer mehr auf öffentlichen Nahverkehr setzen, zeigen aktuelle Zahlen des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO). „Insgesamt verzeichnen wir nach Riesa und Meißen ein Fahrgastwachstum, die Zahlen in Großenhain sind nach einem starken Wachstum bis 2015 stabil auf hohem Niveau“, erklärt Sprecher Christian Schlemper.

Mit der Taktverdichtung in der Hauptverkehrszeit im April habe der Aufwärtstrend bei der S-Bahn einen weiteren Impuls erhalten. So fuhren im ersten Halbjahr 540 Menschen mehr nach Meißen als im Vorjahreszeitraum – ein Plus von zwölf Prozent. In Coswig und Radebeul stiegen die Fahrgastzahlen um 14 beziehungsweise 13 Prozent.