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Bautzner Landrat prüft Wolfsabschuss

Anlass ist ein erneuter Übergriff auf eine Schafherde im Wittichenauer Ortsteil Brischko. Tierschützer kündigen „Patrouillen“ an.

© Uwe Soeder

Bautzen/Brischko. Nach einem erneuten Wolfsangriff auf eine Schafherde im Wittichenauer Ortsteil Brischko will Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) zum wiederholten Mal die Möglichkeit einer legalen Entnahme eines oder mehrerer Wölfe prüfen lassen. Bei dem Übergriff am vergangenen Freitagabend hatte ein Rudel sechs Mutterschafe getötet und zwei Lämmer so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten. Drei weitere Mutterschafe wurden ebenfalls schwer verletzt. Nach Auskunft des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ könnte es sich bei den Angreifern um Tiere aus dem Rosenthaler oder dem Knappenrode-Rudel gehandelt haben.

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Der Vorfall wird jetzt im Landratsamt ausgewertet. „Wenn sich herausstellt, dass sich der Riss trotz komplett korrekter Sicherung ereignet hat, werde ich einen erneuten Vorstoß zur Wolfsentnahme in Erwägung ziehen“, sagte Michael Harig auf Nachfrage der SZ. Bereits zweimal hatte der Landrat eine Entnahme aus dem Rosenthaler Problemrudel verfügt. Beim ersten Mal hatte das Umweltministerium keine Zustimmung gegeben, gegen den zweiten Beschluss hatte die Grüne Liga geklagt. Das Verfahren wartet noch beim Verwaltungsgericht Dresden auf eine Entscheidung.

Bisher wurden in Sachsen acht Wölfe aufgefunden, die illegal getötet wurden. Beim Verein Wolfsschutz Deutschland geht man davon aus, dass die Zahl der illegalen Tötungen noch höher ist. Der Verein, der seinen Sitz im hessischen Hanau hat, hat jetzt „Antiwilderer-Patrouillen“ in Sachsens Wäldern angekündigt, mit denen die Mitglieder weitere Wolfstötungen verhindern wollen. (SZ/ju)

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