Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Landratsamt macht elektrisch mobil

Ein Jahr lang können die Behördenmitarbeiter jetzt ein Elektro-Auto testen. Davon profitiert ein Amt besonders.

Teilen
Folgen
NEU!
© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Bautzen. Auch für Andreas Pfuhl ist es noch ungewohnt, mit einem Elektro-Auto zu hantieren. Der Mitarbeiter des Bautzener Landratsamtes leitet seit Anfang August den Fuhrpark der Behörde. Der bekam jetzt Zuwachs. Der Energieversorger Enso stellt dem Bautzener Landratsamt für ein Jahr ein Elektro-Auto des Typs Nissan Leaf per Mietvertrag zur Verfügung. Die Behördenmitarbeiter sollen in dieser Zeit testen, wie sie mit diesem neuartigen Fahrzeug zurechtkommen .

Bereits vor drei Jahren hatte das Landratsamt schon einmal ein Elektromobil in Betrieb genommen. Doch drei Jahre sind – was die Weiterentwicklung der Technik angeht – eine lange Zeit. Wie Landrat Michael Harig (CDU) berichtet, sei das Fahrzeug damals nicht so leicht zu händeln gewesen, weil es nur eine Reichweite von 150 Kilometern pro Batterieladung hatte. Vor allem im Winter, wenn Heizung und Licht eingeschaltet sind, hatte es damit Probleme gegeben. Das neue Fahrzeug schafft hingegen 250 Kilometer mit einer Batterieladung. Außerdem hat es ein ansprechenderes Äußeres und ist nicht mehr so spartanisch eingerichtet wie sein Vorgänger.

Behörde als Vorreiter

Der Vorteil sei, dass das Fahrzeug nur am Tage genutzt wird und somit in der Nacht in den Garagen des Fuhrparks aufgeladen werden kann. Die Enso hat außerdem im Landkreis Bautzen vier Ladesäulen eingerichtet, und zwar in Radeberg, Großharthau, Cunewalde und Pulsnitz. Obwohl die Bundesregierung kürzlich eine Prämie für den Kauf von Elektroautos ausgelobt hat, seien die Kunden nach wie vor zögerlich beim Kauf solcher Fahrzeuge, sagt Landrat Michael Harig. Im Landkreis Bautzen sind zurzeit 52 Pkw, drei Motorräder und sechs kleine Lkw mit Elektro-Antrieb zugelassen. Eine Behörde wie die seine müsse daher Vorreiter sein, damit sich in der Zukunft etwas entwickelt. „Wenn wir die Energiewende schaffen wollen, müssen wir heute anfangen“, so der Landrat. Doch natürlich müsse das Netz der Ladestationen noch dichter und die Anschaffungspreise niedriger werden.

Benutzen werden das neue Fahrzeug vor allem die Mitarbeiter des Ausländeramtes und die des allgemeinen sozialen Dienstes. Letztere betreuen vor allem Familien im Städtedreieck Bautzen, Kamenz, Hoyerswerda und legen pro Tag zwischen 50 und 150 Kilometer zurück.