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Landtagswahl fällt aus!

CDU und SPD wollen uns einen freien Sonntag schenken – und sich selbst nur den Machterhalt.

© dpa

Von Gunnar Saft

ZWEI Ausfälle bewegten diese Woche den Freistaat Sachsen – und für alle beide ist unsere Landesregierung verantwortlich. Zuerst die frohe Nachricht: Bis 2024 braucht kein Sachse mehr wählen zu gehen. Tatsächlich hat die aktuelle Koalition aus CDU und SPD am Dienstag beschlossen, dass sie nach der 2019 anstehenden nächsten Landtagswahl unbedingt weitere fünf Jahre gemeinsam regieren will.

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Das bedeutet für uns Wähler, wir brauchen also gar nicht erst abzustimmen und haben damit einen Sonntag zusätzlich frei. Warum Schwarz-Rot in Sachsen erst jetzt auf diese phänomenale Idee zum Machterhalt gekommen ist? Na ja, vielleicht haben die Herren Tillich und Dulig befürchtet, dass der eine oder andere Bürger protestiert. Hat aber keiner. Es gab nur eine Handvoll Nachfragen, wer die beiden eigentlich sind.

DIE schlechte Nachricht: Nachdem es der Freistaat bereits geschafft hat, die eigene Motorradmarke MZ ins Aus zu lenken, fällt man auch mit Ersatzmaschinen aus den USA böse auf die Nase. Für 200 000 Euro ließ Innenminister Markus Ulbig jetzt vier Maschinen vom Typ „Victory Cross Country Tour“ ankaufen. Da stellt sich plötzlich heraus, dass die US-Firma ihre Produktion seit Januar eingestellt hat und ihre verbliebenen PS-Monster so viele Schadstoffe ausstoßen, dass sie im deutschen Straßenverkehr nur per Sondergenehmigung unterwegs sein dürfen.

Quasi ein Totalausfall, der zum Himmel stinkt. Da wir nun aber einige Jahre nicht mehr wählen können und unser Innenminister somit im Amt bleibt, bietet sich diese Höchststrafe an: Der Mann bekommt als Dienstauto sofort ein Cabrio, und die vier neuen Oldtimer tuckern als Begleitschutz ständig vor ihm her.