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Lasst Trommeln sprechen

Wie man Gefühle ausdrücken kann und einen gemeinsamen Rhythmus findet, zeigt eine Klangtherapeutin Hortkindern.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Birgit Ulbricht

Zabeltitz. Die Betriebswirtschaft hat Cindy Thieme an den Nagel gehangen. Weil sich die Uebigauerin schon immer für Klänge interessiert, selbst Klavier, Violine und Gitarre spielt, hat sie frühzeitig berufsbegleitend Musiktherapie studiert. Anderthalb Jahre arbeitete sie danach vertretungsweise in der Großenhainer Rehaklinik.

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Nun zeigt sie Zabeltitzer Kindern, wie man sich auf der Trommel streitet, lacht oder einfach nur unterhält. „Trommel-Power“ heißt ihr Projekt, mit dem sie zum „Trainer für soziale Integration und Gewaltprävention mit Musik“ ausgebildet wird. Die Zusatzausbildung läuft über das Freie Musikzentrum München und die Andreas-Tobias-Kind-Stiftung. Ihre Ausbildung zur Erzieherin – damit sie vertiefter mit Kindern arbeiten kann – erhält sie jetzt an der Berufsschule in der Heinrich-Heine-Straße in Großenhain. Die Mädchen und Jungen im Hort der Zabeltitzer Grundschule wissen nichts von all der Theorie. Ihnen gefällt es einfach, im Rhythmus die Trommel zu schlagen – alle gemeinsam, sich abwechselnd, wie wild und sanft.

Die Idee des Projektes ist es, den Kindern andere Ausdrucksmöglichkeiten zu geben, als sich anzubrüllen. Hier können sie erleben, wie man einander zuhört, aufeinander eingeht und wie kraftvoll ein gemeinsamer Rhythmus klingt, wenn man ihn denn gefunden hat.

Populärstes Beispiel in der jüngsten Vergangenheit sind garantiert die isländischen Fußballfans mit ihrem Huh!-Schlachtruf. Der hat so beeindruckt, dass Sportkommentatoren beim EM-Beginn titelten: Es ist wieder „Huh-Huh-Huh“-Zeit. So mächtig kann die Gruppe sein. Das Klang-Projekt vermittelt schon mal unterschiedliche Gefühle und lässt den Kindern auch Raum, diese Emotionen auszudrücken und positiv zu erleben. Jeder für sich und in der ganzen Gruppe. Ein musikalisch-szenisches Rollenspiel unterstützt die Instrumente. Zum Einsatz kommt neben den Trommeln für jedes Kind auch eine Tischharfe, ein Instrument, das also auf den ersten Zuruf so gar nicht in die Runde der afrikanischen Schlaginstrumente passen will und deshalb einen sanften Kontrapunkt in der „Gesprächsrunde“ setzt. Das Modell „Trommel-Power“ gibt es sowohl für Schulen, aber auch im medizinischen Bereich.

Auch sonst dreht sich bei Cindy Thieme alles um Klänge. Die Uebigauerin betreut den Kinderchor der Musikschule des Landkreises und gibt musikalische Früherziehung. In ihrer Praxis zu Hause sorgt die Musiktherapeutin vor allem mit den Klängen verschiedener tibetischer Klangschalen, Zimbeln und Gongs für harmonische Töne, die bei verschiedenen Krankheiten begleitend zur Behandlung eingesetzt werden. Dank der Frequenzen wird die Körperenergie angehoben. Das hilft, Blockaden zu lösen und die Selbstheilung zu aktivieren.