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Bautzen

Lastenrad statt Auto

Beim No-Parking-Day warben Bautzener für neue Wege in der Verkehrspolitik und stellten Alternativen vor.

Reno Rössel (l.) und Simon Mirtschink stellten am No-Parking-Day ein Lastenfahrrad und ein E-Klapp-Fahrrad vor.
Reno Rössel (l.) und Simon Mirtschink stellten am No-Parking-Day ein Lastenfahrrad und ein E-Klapp-Fahrrad vor. © Carmen Schumann

Bautzen. Blechlawinen sind eigentlich nicht schön. Doch was soll man tun im ländlichen Raum, wenn der öffentliche Nahverkehr zu wünschen übrig lässt? Also muss man auch in Kleinstädten wie Bautzen damit leben, dass die Straßenränder zumeist restlos zugeparkt sind. Seit fast 15 Jahren gibt es in Deutschland den sogenannten Parking Day, bei dem Aktivisten auf Alternativen hinweisen wollen, wie das Leben in den Innenstädten lebenswerter gestaltet werden könnte.

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In Bautzen wurde jetzt der No-Parking-Day ins Leben gerufen. Reno Rössel vom Fachkräftenetzwerk Oberlausitz erklärt das so: „Man löst ein Parkticket, stellt aber kein Auto hin, sondern alternative Verkehrsmittel.“ Der Bautzener No-Parking-Day fand am Freitag an der Tuchmacherstraße 18 statt. Die Initiatoren um Reno Rössel hatten gehofft, noch mehr Fahrzeuge zum Ausprobieren zu bekommen. Am Ende blieb es bei zwei.

E-Bike zum Zusammenklappen

So wurde ein Lastenfahrrad vorgestellt, das auch in einer Stadt wie Bautzen eine sehr gute Möglichkeit darstellen könnte, um aufs Auto zu verzichten. Denn die Wege sind so kurz, dass man sie gut mit dem Fahrrad bewältigen kann. Was aber, wenn ein schwerer Eimer Farbe aus dem Baumarkt zu transportieren ist? Da bietet sich solch ein Lastenfahrrad an. Und natürlich für Menschen, die sich kein Auto leisten können oder keinen Führerschein haben. Wie Reno Rössel sagt, sind auch Eltern von kleineren Kindern begeistert, denn mit solch einem Lastenfahrrad kann man die Sprösslinge beim Fahren gut im Auge behalten. 

Ein sehr gut angenommenes Gefährt ist auch das Klapp-E-Bike. Es wird vor allem von älteren Menschen gerne genutzt und bietet den Vorteil, dass es zusammengeklappt auch in öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden kann. Beide Räder wurden vom Fahrradhändler Little John Bikes zur Verfügung gestellt.

Ausleihstationen für Lastenräder

Leider kam nicht zustande, auch das sogenannte Inklusionsrad vorzustellen. Wie Reno Rössel berichtet, dient dieses Rad der Mitnahme von behinderten Menschen. Anders als beim Tandem kann der Fahrer dabei seinen Mitfahrer besser im Auge behalten. Geplant war außerdem, einen E-Scooter ins Gespräch zu bringen. Doch der Anbieter aus Görlitz, der plant, dieses Gefährt an Hotels oder Unternehmen zu verleihen, hatte seine Scooter noch nicht vom Hersteller geliefert bekommen. Er setzt auf Roller, auf denen man nicht stehen muss, weil sie mit einem Sitz ausgestattet sind.

Auf alle Fälle sollte mit dem No-Parking-Day, der aus dem Mikroprojektfonds der „Partnerschaften für Demokratie“ unterstützt wurde, darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein Umdenken in der Verkehrspolitik, auch der kommunalen, notwendig ist. Nachgedacht werden sollte beispielsweise über Ausleihstationen für Lastenfahrräder.

In einem Gespräch mit einem Vertreter des ADFC kam zum Ausdruck, dass diese Gefährte die Parkplatzsituation in Bautzen entspannen könnten. Trotz des regnerischen Wetters probierten an die zehn Interessenten die Mobile aus.