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Lastwagen kippt um – Bundesstraße in Bautzen für Stunden blockiert

Ein spektakulärer Unfall sorgt im Bautzener Osten für lange Staus. Jetzt ermittelt die Polizei gegen den Fahrer des Lkw.

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Von Sebastian Kositz

Ein umgekippter Lastwagen hat gestern über Stunden für ein Verkehrschaos im Bautzener Osten gesorgt – und die Nerven Hunderter Autofahrer strapaziert. Kurz vor 9.30 Uhr hatte der Fahrer eines Lkw auf der Bundesstraße 156 die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der 30-Jährige war in Richtung Stadt unterwegs, als das mit Rindenmulch beladene Gespann etwa 500 Meter vor der Kreuzung mit der Thomas-Müntzer-Straße ins Schlingern geriet. Nach Angaben der Polizei kam der Lastwagen nach rechts von der Fahrbahn ab. Der Lastwagen landete samt Anhänger auf dem Dach. Dabei verteilte sich die Ladung über die gesamte Breite der Fahrbahn.

Der Fahrer überstand den Unfall ohne größere Blessuren. Der 30-Jährige sei nur leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, war der 30-Jährige bereits von alleine aus der Führerkabine des umgestürzten Lastwagens herausgeklettert. In den Unfall waren keine anderen Autos verwickelt, weitere Menschen kamen nicht zu Schaden.

Für den jungen Fahrer des mit Rindenmulch beladenen Lkw könnte der Unfall allerdings noch weitreichende Folgen haben. Bei der Unfallaufnahme schlug den Polizisten eine Alkoholfahne entgegen. Grund genug, den 30-Jährigen noch vor Ort ins Röhrchen pusten zu lassen. Das Ergebnis des Alkoholtests ergab einen Wert von 0,5 Promille. Deshalb wird gegen den 30-Jährigen nun auch wegen Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Ob der Alkohol jedoch allein der Grund für den Unfall war, ist offen. Nach Angaben der Polizeidirektion in Görlitz ist die genaue Ursache noch ungeklärt.

Wegen der aufwendigen Bergungsarbeiten musste die Straße bis in die Nachmittagsstunden gesperrt bleiben. Die Polizei leitete den Verkehr über die Thomas-Müntzer-Straße um. Auf der Muskauer Straße und der Löbauer Straße kam es deshalb zu Staus.

Herbeigerufene Mitarbeiter eines Abschleppdienstes benötigten bis 15.30 Uhr, um den Rindenmulch einzusammeln und den Lastwagen mit einem Kran wieder auf die Räder zu stellen. Das Bautzener Bergungsunternehmen Razeng brachte den verunglückten „Brummi“ schließlich mit einem Lkw-Abschlepper vom Unfallort in die Werkstatt. Für den Chef des Abschleppdienstes ist es ein Rätsel, wie der Lkw auf diesem Teil der B 156 umkippen konnte: „Es ist nicht nachvollziehbar, wie das passiert ist“, wundert sich Firmenchef Klaus Razeng über den Unfall.

Im Einsatz waren auch die Bautzener Feuerwehr und einige Mitarbeiter des Bergungsunternehmens Dussa. Sieben Feuerwehrleute waren damit beschäftigt, ausgelaufenen Diesel und Hydrauliköl mit speziellen Mitteln zu binden. Die Fachleute von der Firma Dussa pumpten schließlich 400 Liter Diesel und knapp 40 Liter Hydrauliköl ab. Nicht auszudenken, wenn die Flüssigkeiten aufs angrenzende Feld gelaufen wären. „Das wäre bei der Menge schon eine kleine Katastrophe gewesen“, sagt Klaus Dussa vom gleichnamigen Bergungsunternehmen. Allerdings hätte die Bautzener Feuerwehr hervorragend reagiert und somit Schlimmeres verhindert.