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„Latium ist Sachsen sehr ähnlich“

Ministerpräsident Kretschmer will Beziehungen zu Italien ausbauen und begeistert sich für die römische Start-up-Szene.

© dpa/Monika Skolimowska

Rom. Am Bahnhof in Rom zieht Michael Kretschmer Parallelen. Seit fünf Jahren gibt es hier eine sogenannte „Start-up Factory“, einen Ort, an dem junge Unternehmer zusammenkommen, um Neues zu kreieren. „Das ist schon begeisternd“, sagt der sächsische Ministerpräsident nach seinem Besuch dort. „An einem Ort mit einigen Hundert tollen, engagierten und klugen Leuten – da kommt immer etwas bei raus.“ In Sachsen verfolge man ein ähnliches Konzept. „Mit den Inkubatoren in Dresden und Leipzig haben wir solche Orte auch, und wir wollen das Konzept noch ausbauen.“

Zwei Tage war Kretschmer zu wirtschaftlichen und politischen Gesprächen in Rom, um die Beziehungen zwischen Sachsen und Italien weiter auszubauen. Italien ist für den Freistaat einer der wichtigsten Handelspartner: Bei den Exporten belegt es mit 1,87 Milliarden Euro den siebten Platz, bei den Importen ist Italien das achtwichtigste Herkunftsland mit einem Volumen von 959 Millionen Euro. Im Oktober 2016 unterzeichnete der Freistaat außerdem mit der italienischen Region Latium, zu der auch die Hauptstadt Rom zählt, eine Absichtserklärung, vor allem in den Bereichen Forschung und Wissenschaft eng zusammenarbeiten zu wollen.

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„Die Region Latium ist Sachsen sehr ähnlich: Mit boomenden Regionen, hier Rom, bei uns Dresden, Leipzig und Chemnitz, aber auch mit viel ländlichem Raum“, sagte Kretschmer am Freitag in Rom. Auch teile man die Strategie, auf Forschung und Entwicklung zu setzen. „Wenn wir das nicht machen, werden wir nicht bestehen können.“ Neben Hightech-Entwicklungen wolle man vor allem Kompetenzen bündeln, wenn es darum geht, die medizinische Versorgung in den ländlichen Regionen zu gewährleisten. Mit Blick auf die sich neu formierende Regierung in Italien, einer Koalition zwischen der Protestpartei Fünf Sterne und der rechten Lega, betonte Kretschmer, wie wichtig Kontinuität für Forschung und Entwicklung in einem Land ist. „So etwas braucht lange, um Früchte zu tragen, kann aber auch schnell wieder in sich zusammenfallen.“

(asi)