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Görlitz

Lauben sicher durch den Winter bringen

Nur wenige Einbrecher werden gestellt. Gegen ihre Diebeszüge rüsten immer mehr Kleingärtner in Görlitz technisch auf.

Einfach zu öffnende Türen machen es Einbrechern leicht, in die Lauben gewaltsam einzudringen.
Einfach zu öffnende Türen machen es Einbrechern leicht, in die Lauben gewaltsam einzudringen. © Eric Weser

Fünf aufgebrochene Lauben, Sachschaden 350 Euro, eine gestohlene Drohne – das ist das Ergebnis eines Raubzuges vom Anfang dieses Jahres. Das Besondere: In dem Fall wurde ein Verdächtiger festgenommen. Der 23-Jährige hatte sich in der Gartenanlage Am Wiesengrund aufgehalten. Ein Zufall sicherlich. Meist heißt es nach Laubeneinbrüchen nur: „Die Krimimalpolizei ermittelt“.

Auch wenn sie im Sommer schon ihr Unwesen trieben: Mit dem Herbst kommt die Hoch-Zeit der Einbrüche in Gartenlauben. So war es bisher. Allerdings ist die Zahl der Anzeigen gesunken. 2018 waren es rund 260, in etwa wie im Jahr zuvor. Zum Vergleich: 2015 wurden in Görlitz noch 400 Anzeigen registriert.

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In Görlitz gibt es 84 Kleingartenvereine mit rund 5.000 Gärten. Mancher Kleingärtner lebt mit der Philosophie: Ich räum mein Häuschen komplett aus, lasse die Tür im Winter unverschlossen. Wenn jemand einbrechen will – finden wird er nichts. André Berthold, Experte für Prävention, hält von dieser Idee nicht viel. „Das reguliert vielleicht die Schadenshöhe nach unten. Aber dafür hat man dann vielleicht jemanden in der Laube, der sich im Winter einquartiert“, sagt er. Zudem könne es im Fall eines Sachschadens Probleme mit der Versicherung geben. „Wir können Einbrechern nur die Taten erschweren. Ganz verhindern können wir sie nicht“, sagt Berthold. 

 Und: Man sollte nicht davon ausgehen, dass Einbrecher ihr Werkzeug mitbringen. „Deshalb beispielsweise Äxte, Spaten weg- und Leitern ans Gebäude anschließen wie ein Fahrrad“, sagt André Berthold. Viele Laubenbesitzer, so seine Erfahrung, schieben das Ausräumen der Laube bis zum Schluss auf. Besser sei es aber, Wertgegenstände nach und nach herauszunehmen. Sichere Türen und Fenster, Letztere auch gern mit Holzplatten oder Gittern verschalt, Licht, das per Bewegungsmelder eingeschaltet wird, Kontrollgänge, bei denen sich die Mitglieder der Sparte abwechseln sind weitere Tipps des Polizisten.

Etliche Laubenbesitzer haben gegen Diebstahl und Einbruch technisch aufgerüstet – mit versteckten Wildkameras und stillem Alarm zum Beispiel. Das berichtet Frank Reimann, der Geschäftsführer des Niederschlesischen Kleingärtnerverbandes. Er kann aber nicht bestätigen, dass die Zahl der Einbrüche in Lauben und Diebstähle daraus zugenommen hätten. Allerdings: Er erhält nicht von allen Einbrüchen in Kleingärten und Lauben Kenntnis, denn nur etwa zehn Prozent der Kleingärtner nutzen die vom Verband angebotene Versicherung. Die Mehrzahl der Laubenpieper hat eine private oder gar keine Versicherung und informiert den Verband nicht über Schäden durch Diebstähle.

Den jüngsten Laubeneinbruch registrierte die Polizei in der Nacht zum Sonntag in der Sparte „Am Gleisdreieck“. Ein offenbar trophäenliebender Einbrecher ließ kleine Geweihe und einen ausgestopften Falken mitgehen. Und wieder heißt es: Die Kriminalpolizei ermittelt.

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