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Lauda wirbt um Niki-Belegschaft

Jetzt muss der Ex-Rennfahrer seine Mitarbeiter überzeugen. Doch die sind gegenüber ihrem einstigen Chef skeptisch.

© dpa/Robert Jäger

Von Matthias Röder und Christian Ebner, Wien/Frankfurt

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Niki Lauda hat als Käufer der insolventen Airline Niki am Mittwoch um die Belegschaft und für einen Neustart geworben. Auf einer Mitarbeiterveranstaltung am Flughafen Wien-Schwechat sicherte er den Beschäftigten nach deren Angaben reguläre Anstellungsverträge zu. Eine Leiharbeitskonstruktion wie zu Zeiten, als Lauda schon einmal Chef der Airline war, schloss der ehemalige Rennfahrer aus. „Damals war nur eine Handvoll von Beschäftigten direkt bei der Airline angestellt. Piloten wie Bodenpersonal waren Leiharbeiter“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft GPA-djp. Lauda will mit 15 Maschinen die Airline nun unter dem Namen Laudamotion ab Ende März als Ferienflieger etablieren.

Harter Wettbewerb

Die juristischen Hürden des Deals sind offenbar alle genommen. Der deutsche Insolvenzverwalter stellte nach eigenen Angaben beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Sekundärinsolvenzverfahrens und zog zugleich seine Beschwerde beim Bundesgerichtshof zurück, mit der er die Verlagerung des Hauptinsolvenzverfahrens nach Österreich verhindern wollte. Zwar glaube er sich weiterhin im Recht. „Aber Rechthaberei nutzt keinem“, sagte Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Nun könne der Kaufvertrag endverhandelt und unterschrieben werden. Für eine Bestätigung war das Gericht zunächst nicht erreichbar.

Die Reaktion der Niki-Belegschaft auf den Auftritt von Lauda blieb zwiespältig. Niki-Betriebsratschef Stefan Tankovits sagte, „das Mindeste ist, dass der Status Quo erhalten bleibt“. Einzelverträge anstatt eines Tarifvertrages lehnte er ab. Zur Stimmung unter der Niki-Mannschaft sagte er: „Skeptisch trifft es am besten.“

Lauda hatte in einer zweiten Bieterrunde vom österreichischen Gläubigerausschuss überraschend den Zuschlag für die insolvente Air-Berlin-Tochter bekommen. Nach Überzeugung der Experten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC begibt sich Lauda in ein besonders raues Umfeld. Nach mehreren Airline-Pleiten und Flughafen-Deals im vergangenen Jahr erwarten die PwC-Berater auch für 2018 eine weitere Konsolidierung im europäischen Luftverkehr. In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie verweisen sie auf die im Vergleich zum US-Markt immer noch zerteilte Wettbewerbssituation unter den europäischen Fluggesellschaften. Hier haben die fünf größten Anbieter zusammen rund 44 Prozent der angebotenen Transportleistung, während in den USA 85 Prozent in den Händen der fünf stärksten Gesellschaften sind. Weitere Pleiten und Übernahmen seien daher wahrscheinlich. Die Neuordnung nach den Insolvenzen der britischen Monarch und der deutschen Air Berlin könnte der Beginn einer Konsolidierungswelle sein, schreibt PwC. Die Verhandlungen um die Niki-Übernahme zeigten aber, dass die europäischen Kartell- und Regulierungsbehörden genau hinschauten. Der Konkurrenzdruck bleibe voraussichtlich hoch, wie die Markteintritte der ungarischen Wizz in Österreich und der Easyjet in Deutschland zeigten. (dpa/APA)