Merken

Lauer zieht den Stecker

Weil es keine Mehrheit für sein Vorhaben zur Professionalisierung der Partei gibt, steigt Christopher Lauer aus. Der Berliner Landeschef der Piraten gibt seinen Posten auf und will die Partei verlassen.

© dpa

Berlin. Die Piratenpartei verliert einen ihrer wichtigsten Köpfe. Der Berliner Landeschef Christopher Lauer tritt aus der streitlustigen Partei aus. Er werde damit auch seinen Posten als Landesvorsitzender abgeben, sagte der 30-Jährige am Donnerstag in Berlin. Zuvor hatten „Bild“ und „B.Z.“ über die Entscheidung berichtet. Seinen Sitz im Parlament gebe er aber nicht auf, sagte Lauer. „Ich bleibe innenpolitischer Sprecher der Piratenfraktion.“

Lauer ist eines der bekanntesten Gesichter der Piratenpartei. Er war erst Anfang März mit äußerst knapper Mehrheit zum Berliner Landesvorsitzenden gewählt worden. Vor der Wahl 2016 müsse der Vorstand wieder politischer werden, hatte er damals gefordert. Seinen Rücktritt begründete er nun damit, dass es im Vorstand keine Mehrheit für seine Vorhaben zur Professionalisierung der Partei gebe.

Jubel
Zwei echt starke Jubiläen
Zwei echt starke Jubiläen

Die gedruckte Sächsische Zeitung wird 75 Jahre alt. Digital gibt es uns seit 25 Jahren. Beide Jubiläen wollen wir feiern - und Sie können dabei gewinnen.

Lauer hatte in den vergangenen fünf Jahren mehrere Ämter bei den Piraten inne, war unter anderem Fraktionschef und auf Bundesebene ein Jahr lang politischer Geschäftsführer. Verantwortlich war Lauer unter anderem für die bundesweite Einführung der Online-Plattform „Liquid Feedback“, über die die Piraten abstimmen und Entscheidungen treffen.

Piraten im Umfragetief

Der parlamentarische Geschäftsführer der Berliner Fraktion, Heiko Herberg, dankte Lauer, „dass er die Piraten immer vor sich hergetrieben hat und das er das im Abgeordnetenhaus mit der Koalition weiter macht“. Eine Parteimitgliedschaft ist keine Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der Piratenfraktion.

Die Umfragewerte der Piraten liegen nach dem überraschenden Wahlerfolg 2011 inzwischen bei deutlich unter fünf Prozent. (dpa)