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Lauf um eine Million Euro

300 Teilnehmer haben sich bisher angemeldet für den Spendenlauf am Sonntag. Sie wollen viel Geld für eine neue Oberschule erlaufen.

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© Arvid Müller

Von Ines Scholze-Luft

Radebeul. Genau so soll es am Sonntag werden. Wenn 11.30 Uhr im Lößnitzstadion der Startschuss fällt für den 1. Radebeuler Spendenlauf. Dann werden auf den sechs jeweils 400 Meter langen Bahnen alle die ihre Runden ziehen, die ein ganz besonderes Projekt unterstützen: Den Bau des evangelischen Schulzentrums in Radebeul-Mitte, für eine Grund- und Oberschule.

Stimmen zum Radebeuler Spendenlauf

Bert Wendsche, Oberbürgermeister, Radebeul: Bildung ist fürs Funktionieren des Gemeinwesens sehr wichtig und die Teilnahme eines freien Trägers am Qualitätswettbewerb förderlich, wie die Erfahrung mit den Kitas und der evangelischen Grundschule zeigt. Deshalb setze ich mich als Schirmherr und durch die Teilnahme am Lauf – in einer der Stadtmannschaften – mit dafür ein, dass die Finanzierungslücke für den Bau der evangelischen Oberschule geschlossen wird. Das ist unser aller Anliegen, und wir sind dabei als Stadt unser eigener Sponsor.
Bert Wendsche, Oberbürgermeister, Radebeul: Bildung ist fürs Funktionieren des Gemeinwesens sehr wichtig und die Teilnahme eines freien Trägers am Qualitätswettbewerb förderlich, wie die Erfahrung mit den Kitas und der evangelischen Grundschule zeigt. Deshalb setze ich mich als Schirmherr und durch die Teilnahme am Lauf – in einer der Stadtmannschaften – mit dafür ein, dass die Finanzierungslücke für den Bau der evangelischen Oberschule geschlossen wird. Das ist unser aller Anliegen, und wir sind dabei als Stadt unser eigener Sponsor.
Björn Fischer, Pfarrer Friedenskirche, Radebeul: Nach dem Gottesdienst laufe ich im Team der Friedenskirche. Dabei bin ich nicht mal besonders sportlich, fahre aber gern Rad und bin von Haus aus Ruderer. Das Laufen ist eigentlich nicht meins. Doch ich habe mich überzeugen lassen, damit das Schulprojekt gelingt. Denn viele Stimmen machen ein Konzert, und Vielfalt im Bildungsbereich ist ein besonderer Wert. Durch die Initiative der Radebeulerinnen und Radebeuler entsteht eine Bürgerschule, wie die Grundschule. Sozusagen ein Graswurzelprojekt.
Björn Fischer, Pfarrer Friedenskirche, Radebeul: Nach dem Gottesdienst laufe ich im Team der Friedenskirche. Dabei bin ich nicht mal besonders sportlich, fahre aber gern Rad und bin von Haus aus Ruderer. Das Laufen ist eigentlich nicht meins. Doch ich habe mich überzeugen lassen, damit das Schulprojekt gelingt. Denn viele Stimmen machen ein Konzert, und Vielfalt im Bildungsbereich ist ein besonderer Wert. Durch die Initiative der Radebeulerinnen und Radebeuler entsteht eine Bürgerschule, wie die Grundschule. Sozusagen ein Graswurzelprojekt.
Eva Oehmichen, Fraktion Bürgerforum/Grüne, Radebeul: Trägervielfalt in der Bildung ist wichtig und im Grundgesetz verankert, denn Kinder und Jugendliche haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Neigungen. Ich hoffe und wünsche für Radebeul, dass eine Schule mit einem unverwechselbaren pädagogischen Konzept entsteht. Das tut unserer Schullandschaft gut. Deshalb unterstütze ich dieses Projekt und laufe am kommenden Sonntag mit, gemeinsam mit einer ganzen Staffel von Bürgerforum/Grüne. Wir hoffen auf viel Resonanz für die gute Aktion.
Eva Oehmichen, Fraktion Bürgerforum/Grüne, Radebeul: Trägervielfalt in der Bildung ist wichtig und im Grundgesetz verankert, denn Kinder und Jugendliche haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Neigungen. Ich hoffe und wünsche für Radebeul, dass eine Schule mit einem unverwechselbaren pädagogischen Konzept entsteht. Das tut unserer Schullandschaft gut. Deshalb unterstütze ich dieses Projekt und laufe am kommenden Sonntag mit, gemeinsam mit einer ganzen Staffel von Bürgerforum/Grüne. Wir hoffen auf viel Resonanz für die gute Aktion.
Jürgen Haase, Schauspieler, Regisseur und Autor, Dresden: Ich wäre sehr gern mitgelaufen, hatte mir das fest vorgenommen. Doch ein Muskelfaserriss hat die Pläne durchkreuzt. Zugezogen habe ich mir die Verletzung bei den Vorbereitungen für Winnetou, beim Training hat es geknallt. Seit dem komme ich nicht mehr aufs Pferd, kann mich nur noch eingeschränkt bewegen und nicht mehr spielen. Das heißt aber nicht, dass ich zum Spendenlauf gar nicht dabei bin. Ich möchte auf jeden Fall vor Ort im Stadion sein und die Läufer ordentlich puschen.
Jürgen Haase, Schauspieler, Regisseur und Autor, Dresden: Ich wäre sehr gern mitgelaufen, hatte mir das fest vorgenommen. Doch ein Muskelfaserriss hat die Pläne durchkreuzt. Zugezogen habe ich mir die Verletzung bei den Vorbereitungen für Winnetou, beim Training hat es geknallt. Seit dem komme ich nicht mehr aufs Pferd, kann mich nur noch eingeschränkt bewegen und nicht mehr spielen. Das heißt aber nicht, dass ich zum Spendenlauf gar nicht dabei bin. Ich möchte auf jeden Fall vor Ort im Stadion sein und die Läufer ordentlich puschen.

Das ist keinesfalls nur eine Angelegenheit für kirchliche Kreise. Was als Initiative des evangelischen Schulvereins Radebeul begann, hat sich zu einer stadtweiten Bewegung ausgewachsen. Mit OB Bert Wendsche (parteilos) als Schirmherren. Ein Blick auf die Teilnehmerliste des Laufs verrät, dass Teams aus ganz unterschiedlichen Bereichen zur Finanzierung des Neubaus beitragen wollen. Der Verein muss etwa eine Million Euro Eigenmittel aufbringen, bei Gesamtbaukosten von rund fünf Millionen Euro. Da wollen die Kärcher-Leute ihren Anteil leisten, auch Makler Beck&Holz, Mitarbeiter vom Elblandklinikum Radebeul, Lehrermannschaften der evangelischen Grundschule, Michas Leibspeiserei, der Porsche-Club Dresden und viele mehr.

Unter denen, die gern mitgelaufen wären, aber verhindert sind, ist nicht nur Schauspieler Jürgen Haase – aufgrund einer Verletzung. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière kann nicht teilnehmen, ebenso wenig Ex-Landesbischof Jochen Bohl. Organisatorin Nadine Hertzschuch freut sich trotzdem für ihr Interesse. Besonders aber darüber, dass sich jüngst noch rund 100 Mitstreiter verbindlich angemeldet haben. 400 Läufer ist das große Ziel der Veranstalter. Und Hertzschuch ist sich sicher, wenn alle die antreten, die es schon mündlich verkündet haben, lässt sich das noch erreichen.

Wobei der Sonntag nicht nur für die auf der Lauffläche Aktiven Überraschendes bietet. Das geht beim Gottesdienst 10 Uhr los. Wann hat es das in Radebeul schon mal gegeben, mitten im Stadion? Nadine Hertzschuch kann sich nicht erinnern. Auch Friedenskirch-Pfarrer Björn Fischer spricht von einer Premiere, zumindest beim Rückblick auf die letzten Jahre. Er gestaltet den Familiengottesdienst gemeinsam mit Christian Rothe, Gemeindepädagoge der Lutherkirche, und der Band der katholischen Christus-König Kirche Radebeul. Regelrecht ökumenisch, sagt Hertzschuch. Und weil bei einem solchen Gottesdienst immer eine Geschichte erzählt wird, steht ein fünf Meter langes Falt-Segel-Boot auf der Bühne. Samt einem Kreuz aus Birkenholz. Der Baum stammt aus dem Bilzbad, gesponsert vom Sportstättenbetrieb.

Fürs Zwischenspiel bis zum Laufstart sorgen die Landesbühnen mit einem Tanz auf dem Spielfeld. Wenn danach Hase und Igel auftreten, wird es ernst: Mit jeder gelaufenen Runde fließt mehr Spendengeld. Über einen Transponder an der Startnummer errechnet ein Computer die aktuelle Summe. Das reizt so manchen schon im Vorfeld zur Höchstleistung. Da werden woanders Marathonläufe abgesagt, um die Distanz nun im Lößnitzstadion zu absolvieren. Über 100 Runden. Wer da an über 42 Kilometer Rennen denkt, den beruhigt Organisatorin Hertzschuch: Ein Team-Läufer muss nur ein Fünftel der Strecke schaffen, und schnelles Gehen reicht.

Wer vom Mitlaufen oder -fiebern geschafft ist, kann sich an den Verpflegungsständen Stärkung holen, gegen einen Obolus als Spende. Auch die kommt der künftigen Schule zugute, wie das Engagement von Bäckern, Fleischern und Grundschuleltern, die Kuchen und Wurst bereitstellen werden. Wie der Einsatz der Adler-Brauerei Coswig. die einen Teil der Getränke spendet. Oder Rewe Reime am Bahnhof Ost, der auch für die Versorgung der Läufer sorgt. Die beiden anderen Radebeuler Rewes sind ebenfalls mit von der Partie und laufen. Und wer immer mal schon ein Theaterkostüm sein Eigen nennen wollte: Die Landesbühnen versteigern welche. Steinmetz Uwe Nitzsche steuert ein Kunstwerk bei, das zum Spendenlauf enthüllt und später in der neuen Schule aufgestellt wird.

Wie sieht es jetzt überhaupt aus mit dem Spendengeld? 10 000 Euro hat Nadine Hertzschuch sicher. Alles Festbeträge, beispielsweise vom Lionsclub. Was nach den Runden am Sonntag und danach noch einfließt, soll ein Spendenbarometer anzeigen. Gemeinsam mit Reinhard Zabka vom Lügenmuseum entwickelt, wird es zum Weinfest im Labyrinth am Elbufer vorgestellt und soll im Gegensatz zur übrigen Kunst nicht verbrennen. Sondern an der evangelischen Grundschule stehen. Wo sich dann jeder jederzeit informieren kann, wie nahe die neue schon Schule ist.