merken

Weißwasser

Lausitzer Füchse bezwingen den Tabellenzweiten

Die Füchse müssen kurz vor Schluss den Ausgleich durch Heilbronn hinnehmen, aber dann zeigt ein Fuchs in der Verlängerung seine Klasse.

Das ist der Jubel der Lausitzer Füchse nach dem Siegtreffer. Torschützer Clarke Breitkreuz ist in der Spielertraube nicht zu erkennen.
Das ist der Jubel der Lausitzer Füchse nach dem Siegtreffer. Torschützer Clarke Breitkreuz ist in der Spielertraube nicht zu erkennen. © Thomas Heide

Lange sah man Füchse-Trainer Corey Neilsson auf einer Pressekonferenz nicht mehr lächeln. Vielmehr versuchte er, ein Pokerface aufzusetzen, während er Niederlagen und Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft erklärte. Aber ganz verbergen, dass es in ihm brodelte, konnte er dabei nie. Diesmal war alles anders: Nach einem 4:3-Sieg über den Tabellenzweiten Heilbronner Falken wirkte er völlig gelöst, auch wenn seine Mannschaft durch einen Gegentreffer 35 Sekunden vor Schluss den Drei-Punkte-Sieg noch hergeschenkt hatte und erst eine klasse Einzelleistung in der Verlängerung den Sieg brachte. „Meine Mannschaft hat jetzt schon das dritte Spiel in Folge gut gespielt. In Dresden hat das Ergebnis noch nicht gestimmt, aber in Kaufbeuren und auch heute gegen die starken Heilbronner waren wir das bessere Team und haben verdient gewonnen“, sagte Neilsson nach der Partie.

Begonnen hatte das Spiel ideal. Neuzugang Brad Ross netzte bei seinem Heimdebüt gleich seinen ersten Schuss ein. Ein Schuss von Reichel war vor dem Tor zu ihm abgeprallt, Ross reagierte schnell und brachte den Puck in die freie Ecke des Tors unter (3.). Insgesamt zeigten sich die Füchse läuferisch stark, aggressiv und diszipliniert. Außerdem konnten sie sich wieder auf einen überragenden Torwart Mac Carruth verlassen, der so manchen Fehler seiner Vorderleute ausbügelte. Zum Beispiel als Keussen die Scheibe hinter dem eigenen Tor verlor, war Carruth zur Stelle. In der ersten Überzahl der Füchse hatten die Gäste die beste Chance, als Topscorer Wruck nach einem Konter den Pfosten traf. Auf der anderen Seite hatte Boiarchinov eine Zweifachchance nach einem Abpraller nach Pozivil-Schuss, und bei Andres, der von Hammond freigespielt wurde, fehlte nicht viel.

Anzeige
Glücklichsein kann gelernt werden 

Am 5. Februar lädt die Volksbank Löbau-Zittau zur 60. Unternehmerwerkstatt ein. Thema: Wertschätzung schafft Wertschöpfung, mit Dr. Oliver Haas

Im Mitteldrittel machte zunächst Heilbronn viel Druck, aber die größere Anzahl klarer Chancen hatten die Füchse. George scheiterte frei vor Torwart Nemec, genauso Hammond, der den Puck selbst im Angriffsdrittel erobert hatte, Nemec aber seine Finte mit dem Schoner stoppte. Auf der anderen Seite hatte Koch eine Riesenchance, als er aus wenigen Metern vorbei schoss. Dann bekamen die Füchse die nächste Überzahlchance. Zunächst scheiterte Keussen mit einem klasse Schuss noch an Torwart Nemec. Bei der nächsten Gelegenheit legte er aber auf Hammond ab, der direkt auf Murphy weiterleite, der wiederum direkt in die lange Ecke traf – ein Klassetor zum 2:0 (32.). Aber die Füchse ließen die Gäste wieder ins Spiel: Erst nahm Keussen eine völlig unnötige Strafe tief im gegnerischen Drittel, die bestraft wurde. Brady zog von der Blauen Linie ab, Della Rovere fälschte die Scheibe vor Torwart Carruth ab (34.). Und dann verlor Reichel die Scheibe beim Spielaufbau im eigenen Drittel. Koch brachte den Puck sofort vor das Tor, wo Gervais seinen Schläger reinhielt (39.). Alle konnten sich also auf ein spannendes Schlussdrittel gefasst machen.

Das begann mit dem 3:2 für die Füchse. Murphy setzte sich mit ganz langem Schläger gegen einen Heilbronner durch und zog sofort ab, über die Fanghand von Nemec (41.). Danach gab es Chancen auf beiden Seiten, wobei die Gäste natürlich etwas mehr tun mussten. Die Füchse konnten sich immer wieder befreien und Nadelstiche setzen. Allein, der wohl vorentscheidende vierte Treffer gelang nicht. Drei Minuten vor Schluss musste Granz auf die Strafbank. Die Unterzahl lösten die Füchse gut, auch die letzten 20 Sekunden, als die Heilbronner ihren Torwart vom Eis nahmen. Der blieb auch nach einer Befreiung der Füchse auf der Bank, und tatsächlich gelang den Heilbronnern 35 Sekunden vor Schluss noch der Ausgleich. Wruck spielte den Puck einfach vors Tor, wo Damon erst an Mac Carruth scheiterte, den Nachschuss aber versenkte.

Es ging in die Verlängerung, in der der starke Murphy zweimal dem Siegtreffer nahe war, aber auch Carruth Einiges abwehren musste. Alles richtete sich gedanklich schon auf ein Penaltyschießen ein, da entschied Clarke Breitkreuz die Partie. Der Füchse-Stürmer lief relativ langsam ins Gästedrittel, ließ dann auf Linksaußen einen Heilbronner aussteigen, zog vor das Tor, verzögerte lange und hob den Puck schließlich über den Schoner von Torwart Nemec ins Netz (65.). Der Jubel im Fuchsbau war riesengroß, Torwart Carruth stürmte über das gesamte Feld.

Jetzt geht es in eine englische Woche mit Spielen in Freiburg (Freitag) und Heimspielen gegen Crimmitschau (Sonntag) und wieder Freiburg (Dienstag). Und der Rückstand auf Platz zehn beträgt nur noch zwei Punkte …

Statistik

Lausitzer Füchse – Heilbronner Falken 4:3 n. V. (1:0, 1:2, 1:1)

Tore: 1:0 Brad Ross 2:11 (Assist: Kania, Reichel)
2:0 Darcy Murphy 31:22 (Überzahl, Hammond, Keussen)
2:1 Stefan Della Rovere 33:33 (Überzahl, Brady, Wruck)
2:2 Bryce Gervais 38:13 (Wruck, Koch)
3:2 Darcy Murphy (Breitkreuz, Granz) 40:27
3:3 Derek Damon 59:25 (Wruck, Brady)
4:3 Clarke Breitkreuz 64:34 (Pozivil, Andres)

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Monteith, Granz – Keussen, Mik – Pozivil, Kania – Karrer
Sturm: Farmer, Murphy, Breitkreuz – George, Hammond, Andres – Kuschel, Reichel, Ross – Boiarchinov, Schwamberger, Strodel

Heilbronner Falken
Tor: Nemec
Abwehr: Maschmeyer, Pavlu – Brady, Götz – Maginot, Mapes
Sturm: Wruck, Gervais, Koch – Damon, Miller, Della Rovere – Valenti, Soramies, Savilahti – Wirth, Möller, Brune

Schiedsrichter: Misch Apel, Sven Fischer
Strafen: Füchse 10, Heilbronn 16
Zuschauer: 2.620