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Weißwasser

Füchse bleiben erstmals ohne Punkt

Gegen die Kassel Huskies scheitern die Lausitzer an Undiszipliniertheiten, Stockfehlern und einem starken Gästetorwart.

Die Füchse liefen den Huskies diesmal zu oft hinterher – wie hier Mike Hammond dem Kasseler Denis Shevyrin.
Die Füchse liefen den Huskies diesmal zu oft hinterher – wie hier Mike Hammond dem Kasseler Denis Shevyrin. © Thomas Heide

Weißwasser. Die Lausitzer Füchse haben am Freitagabend das vierte Saisonspiel gegen die Kassel Huskies verdient mit 2:5 (1:1, 1:2, 0:2) verloren. Nach einem guten Start ins Spiel mit einer frühen Führung liefen die Füchse viel zu oft in die Konter der Gäste. Das lag einerseits am Geschick und schnellen Umschalten der Hessen, andererseits aber am hohen Risiko, mit dem die Gastgeber angriffen. Oft fehlte die Absicherung, und das bestrafte Kassel. Vor dem Tor fehlte den Füchsen einige Male auch das nötige Glück.

Ein Abtasten gab es von beiden Seiten nicht. Die erste Reihe der Füchse hatte auch gleich die erste Chance, aber Farmer traf nach einem starken Hammond-Pass kurz vor dem Tor die Scheibe nicht richtig. Die Gäste spielten zwar gut mit, aber gefährlicher wirkten die Füchse. Monteith verpasste nach einer erneuten Hammond-Vorlage ebenso (4.), aber dann fiel das 1:0. Reichel war mit Tempo ins Drittel gelaufen, hatte im richtigen Moment auf Keussen zurückgelegt, der sofort aus dem Handgelenk abzog. Kuschel fälschte vor dem Tor noch ab, Kuhn musste nach vorn prallen lassen, Kuschel war zur Stelle und schob die Scheibe flach ins Tor (5.). Danach zogen sich die Gäste etwas weiter zurück, verteidigten bewusster die eigene blaue Linie und kamen damit besser zurecht. Große Chancen blieben erst einmal Mangelware, bis Füchse-Stürmer Strodel plötzlich vor dem Tor freigespielt wurde, sich den Puck zurechtlegte, aber an der Stockhand von Kassel-Torwart Kuhn scheiterte (14.). Im Gegenzug hatten die Füchse Riesenglück, als Duffy den Innenpfosten traf, der Puck zum anderen Pfosten flog und heraussprang. Eines deutete sich in dieser Phase schon an: Die Füchse versuchten, viel Druck aufzubauen. Nicht selten stürmte ein Verteidiger mit, wenn dann aber etwas schief ging, hatten die Gäste große Konterchancen. Nach einer solchen Situation kam Ustorf nicht hinterher, Christ legte vor dem Tor auf Spitzner ab, und es stand 1:1 (18.). Keine 30 Sekunden später gab es eine ähnliche Situation, Farmer verhinderte mit einem Foul einen 3:1-Konter für die Gäste, und den 2:1-Konter spielten die diesmal schlecht zu Ende. Mik „veredelte“ mit einem überflüssigen Foul die Unterzahl zu einer doppelten Unterzahl. Diese Phase, über die erste Drittelpause hinweg, überstanden die Füchse aber.

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Nach dieser überstandenen Unterzahl ergab sich eine Riesenchance für die Füchse. Keussen sah den am langen Pfosten völlig frei stehenden Hammond, der es selbst nicht fassen konnte, dass sein Schuss nicht im Netz landete, obwohl ganz viel davon vor ihm war. Aber er schoss Torwart Kuhn an. Danach hatten beide Teams ihre Chancen. Gästestürmer Karachun scheiterte nach einem Solo über das ganze Feld an Füchse-Torwart Carruth. Dietz und Andres hatten eine Doppelchance, auf der anderen Seite traf Dinger den Innenpfosten und prüften die Schiedsrichter per Videobeweis, ob die Scheibe nach einer Carruth-Parade nicht doch hinter der Linie war. Dann fiel das nicht unverdiente 1:2. Duffy schoss Richtung Tor, Moser fing die Scheibe ab und hämmerte sie unter die Latte (29.). Die Füchse wollten den schnellen Ausgleich, schafften ihn aber nicht, was Füchse-Verteidiger Monteith zu einem dummen Frustfoul bewegte. In der Unterzahl vergab erst Hammond eine Riesenchance beim Konter, bevor Kassels Topscorer Kirsch den freien Mueller sah, der abzog und unter die Latte traf (31.). Die Füchse wirkten geschockt, bis der Füchse-Kapitän Clarke Breitkreuz ein Zeichen setzte. Nachdem Andres einen bösen (unabsichtlichen) Kniecheck kassierte, nahm er sich den Verursacher Shevyrin zum Faustkampf vor, gewann den und weckte damit die Halle und seine Mitspieler wieder auf. Dass beide auf die Strafbank mussten, nahm er in Kauf, zumal die Füchse wegen des Kniechecks in Überzahl blieben. Die war ohne Füchse-Schuss fast abgelaufen, als die Füchse doch noch die Lücke fanden. Keussen spielte an den kurzen Pfosten auf Hammond, der direkt vors Tor spielte, wo George zum 2:3 traf (37.).

Damit blieb genügend Zeit, den Ausgleich zu schaffen. Die Füchse rannten an, aber die ganz großen Chancen blieben aus, zumal der Gästetorwart Kuhn einen sehr starken Eindruck hinterließ und die Füchse mögliche Abpraller nicht nutzen konnten. Eine gute Chance hatte Fartmer, der nach einem Abfälscher von Hammond und einem Abpraller von Kuhn nur das Außennetz traf (43.). Kassel verteidigte geschickt und wartete auf den Konter. Der kam, nachdem Murphy aus Nahdistanz an Kuhn gescheitert war. Mueller spielte seine Schnelligkeit aus und schoss aus spitzem Winkel Carruth so geschickt an den Schoner, dass Kirsch den Abpraller mühelos zum 2:4 versenken konnte – ein echter Stimmungskiller in der wee-Eisarena. Danach rannten die Füchse an, erspielten sich kaum klare Chancen und mussten bei Kontern bangen. Gut drei Minuten vor Schluss nahm Füchse-Trainer Neilsson den Torwart vom Eis. Wenige Sekunden vor Schluss nutzte das Christ zum fünften Treffer der Gäste.

Für die Füchse gilt es, diese Heimniederlage schnell abzuhaken. Schon am Sonntag gibt es die nächste Chance auf Punkte in Bayreuth.

Statistik

Lausitzer Füchse – Kassel Huskies 2:5 (1:1, 1:2, 0:2)

1:0 Philip Kuschel 4:40 (Assist: Keussen, Reichel)
1:1 Lois Spitzner 17:11 (Christ)

1:2 Ryon Moser 28:44 (Duffy, Dinger)
1:3 Richard Mueller 31:04 (Überzahl, Kirsch, Dinger)
2:3 Robert Farmer 36:41 (Überzahl, Keussen, Hammond)

2:4 Justin Kirsch 49:13 (Mueller)
2:5 Michael Christ 59:26 (emty net, ohne Assist)

Lausitzer Füchse

Tor: Carruth
Abwehr: Keussen, Kania – Pozivil, Granz – Mik, Monteith – Rentsch
Sturm: Farmer, George, Hammond – Andres, Murphy, Breitkreuz – Reichel, Dietz, Kuschel – Schwamberger, Strodel, Ustorf

Kassel Huskies

Tor: Kuhn
Abwehr: Shevyrin, Humphries – Dinger, Tramm – Müller, Heinrich – Walters
Sturm: Burns, Karachun, Bettahar – Duffy, Carroll, Moser – Kirsch, Mueller, Trivino – Christ, Spitzner

Schiedsrichter: Benjamin Hoppe, Georg-Rainer Köttstorfer

Strafen: Weißwasser 14 + 10, Kassel 14 + 10

Zuschauer: 2.321